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Goldene Feder für Kramm Konowalow : Eine mörderische Schwester

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ursula Kramm Konowalow wechselt ins Krimimilieu und gewinnt den 1. Preis beim Ladies Crime Poetry Slam

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Diese Zeilen sind preiswürdig: „…Es schmiedet hämmernd mein Herz weißglühend. Weißglut treibt mir kalten Schweiß aus den Poren und es schüttet Frost über mich. Es bricht in mich ein, schüttelt mich bis zum Erbrechen. Es macht mich weißglühend frierend lebensüberdrüssig. Es spaltet mich.

Es bringt die Wut zum Kochen und friert die Gefühle ein. Es muss etwas geschehen mit aller Wuchtigkeit und größter Schlauheit. Es ist kein Traum, kein Spaß, kein Schicksal. Es ist ein übler, aller übelster Alp…“, das ist ein Auszug aus dem neuesten Werk „Es“ von der Mankmußer Dichterin Ursula Kramm Konowalow.

„Ich habe diesen Kurzkrimi extra für diese Veranstaltung geschrieben“, sagt die Lyrikerin, die hauptsächlich erotische Gedichte schreibt. Und mit dieser Veranstaltung meint sie das 7. Berliner Frauen-Krimi-Festival der „Mörderischen Schwestern Berlin e. V.“, in dessen Rahmen der 1. Ladies Crime Poetry-Slam Wettbewerb ausgelobt wurde.

Passend zu diesem Festival wurde auch der Veranstaltungsort gewählt: das ehemalige Frauengefängnis in Berlin-Lichterfelde. 1906 wurde das Gebäude als Haftanstalt für Frauen gebaut. Die letzten etwa zwei Dutzend Insassinnen wurden 2010 in die Justizvollzugsanstalt nach Düppel verlegt.

In den Jahren des Leerstandes wurde das ehemalige Frauengefängnis als Filmkulisse genutzt. Im April 2016 erwarb Kulturmanager Jochen Hahn die Haftanstalt und nutzt sie nun kulturell.

20 Krimi-Autorinnen nahmen an dem Wettbewerb teil, im Finale präsentierten noch sechs Frauen ihre vierminütigen Werke, darunter auch Ursula Kramm Konowalow.

„Die Texte mussten kurz und prägnant sein. Ich habe so etwas noch nie gemacht. Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass man bei einem Kurzkrimi stark aus der Sprache kommen muss. Die deutsche Sprache hat viele Wörter, die Aggressionen hervorrufen, mit denen man sehr schön Spannung aufbauen kann“, so die Dichterin.

Das hat sie anscheinend hervorragend gemeistert, denn die Jury, frei ausgewählte Besucher aus dem Publikum, votierten für ihr „Es“. Als ersten Preis erhielt sie eine goldene Feder. „Ich war ungeheuer erstaunt. Ich hatte mir selbst zwei Favoritinnen ausgeguckt“, sagt die Lyrikerin und „ich habe Blut geleckt. Ich habe schon ein, zwei Krimi-Texte im Kopf.“ Und sie erzählt, dass sie bereits in der Vergangenheit sich an einem Krimi versucht habe: „Seit drei Jahren habe ich einen angefangen in der Schublade liegen“, den werde sie jetzt dann doch zu Ende schreiben.

„Mörderische Schwestern e.V.“ ist der größte europäische gemeinnützige Verein deutschsprachiger Kriminalautorinnen. Fast 500 Schriftstellerinnen sind Mörderische Schwestern. In Brandenburg und Berlin sind es über 50 Autorinnen.

 

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