Badewelt : Eine „gestandene Frau“ wird 40

Generationen vereint: Der frühere Schwimmlehrer Werner Haase, mit dem ehemaligen Schwimmmeister Bodo Rudnicki und den beiden heutigen Badleitern Pascal Jochinke und Christian Maasch (v.l.).
Generationen vereint: Der frühere Schwimmlehrer Werner Haase, mit dem ehemaligen Schwimmmeister Bodo Rudnicki und den beiden heutigen Badleitern Pascal Jochinke und Christian Maasch (v.l.).

Prignitzer Badewelt feierte ihren 40. Geburtstag – ein Anlass auch, um zurückzublicken

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08. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Vom Azubi zum Mit-Geschäftsführer der Wittenberger Bäder GmbH: Christian Maaschs beruflicher Weg ist eng mit der Wittenberger Schwimmhalle verbunden, die heute zwar einen modernen Namen trägt, aber mit vielen schönen Erinnerungen an die einstige Volksschwimmhalle gespickt ist. „Am 7. Oktober 1977 wurde die Schwimmhalle eröffnet. Seitdem hat sich viel getan“, begrüßte Christian Maasch am Freitag die Gäste der Feier anlässlich des 40. Geburtstags der Einrichtung.

Zu den Gratulanten gehörte auch Marco Lüders, Chef der Müritz-Therme in Röbel, die ebenfalls von der Bäder GmbH betrieben wird. Maasch fand einen charmanten bildhaften Vergleich der beiden Häuser. „Die Therme feierte ihren 20. Geburtstag und ist quasi ein junges Mädchen. Unsere Badewelt ist 40 und eine gestandene Frau.“ Natürlich hat sich in den Jahren viel getan. Bis 1998 war die Schwimmhalle in kommunaler Hand, dann übernahm die Bäder GmbH. Die Immobilie liegt aber immer noch in städtischer Zuständigkeit. Durch die privatwirtschaftliche Betreibung der Badewelt, zu der auch ein Sauna- und ein Fitnessbereich gehören, habe die Stadt bis heute rund sieben Millionen Euro gespart, rechnete Maasch vor. Tiefpunkt der Historie war die Zwangsschließung von 2003 bis 2006 wegen erheblicher Baumängel. Doch seitdem geht es immer weiter bergauf, was auch die Besucherzahlen zeigen. „In diesem Jahr peilen wir einen Besucherrekord an“, so Maasch.

Zu den Stammgästen der Badewelt gehören Ulla Schröder (76), Renate Felder (71) und Waltraud Weska (78). „Wir gehen jeden Tag schwimmen, seit sieben Jahren“, sagt Ulla Schröder und Waltraud Weska ergänzt: „Wir sind hier gut aufgehoben“.

Doch die Halle ist nicht nur zum Vergnügen da. Hier lernen Schulkinder auch seit Jahrzehnten schwimmen. So wie bei Werner Haase (83), dem ersten Schwimmlehrer in der Badewelt. „Ab dem 10. Oktober 1977 gab es den Schwimmunterricht. Pro Woche waren es etwa 30 Klassen. 90 Prozent haben den Kurs erfolgreich abgeschlossen“, blickte er zurück. Hunderten Kindern brachte er die Grundlagen bei. Ein waches Auge auf die kleinen und großen Wasserratten hatte auch Schwimmmeister Bodo Rudnicki (67), der im Juni 1978 anfing. „Es gab, Gott sei Dank, wenig Notfälle. Leider habe ich insgesamt zwei Personen aus dem Wasser retten müssen, die es aber letztlich nicht geschafft haben. Sie gehörten zu einer Herzinfarkt-Schwimmgruppe, die ärztlich begleitet wurde“, schildert Bodo Rudnicki. Seine Arbeit in der Schwimmhalle habe er immer gemocht, auch wenn für die Familie manchmal wenig Zeit blieb. Bis heute ist er dem Haus verbunden. Seine beiden Kinder lernten übrigens ebenso hier das Schwimmen wie seine Enkelin.

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