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Jubiläum des Burgkellers : Eine Dekade rustikaler Charme

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zehnjähriges Jubiläum des Restaurants im Burgkeller der Plattenburg / Betreiber dank Brauerei und Sonderveranstaltungen zufrieden

Wenn in der Prignitz mit Dolch gegessen wird, Mittelaltermusik erklingt und auch der Sabberlatz nicht fehlt, ist man wohl im Burgkeller auf der Plattenburg gelandet. Hier in der „Taverna Obscura“ geht es meist zünftig und traditionell zu. Gerade so, wie es auch Burg- und Restaurantbetreiber Rene Günther bevorzugt.

Deshalb war es auch nicht verwunderlich, als er sich vor mehr als zehn Jahren um die ausgeschriebenen Räumlichkeiten bewarb. „Ich hatte in Pritzwalk ja schon den Räuber Klemens sehr rustikal ausgerichtet und Kontakt zu Junker Jürgen, der auch heute noch unser Hofnarr ist. Über ihn kam dann die Verbindung zustande“, erzählt der heutige Betreiber. „Interesse für diese unkomplizierte Zeit war bei mir schon immer da, deshalb war das Konzept meins“, formuliert es Günther.

Auch wenn er am Anfang etwas enttäuscht gewesen sei, was er vorgefunden habe, sei der Wille doch ungebrochen, dieses Projekt anzuschieben. „Der Burgkeller war geputzt, also weiß gekalkt. Den haben wir abgestrahlt und neu verfugt, haben die Küche ausgebaut und auch die sanitären Anlagen erneuert, die waren ja noch auf dem Hof“, beschreibt er die Anfänge. Tische und Tresen wurden aus Holz angefertigt, Kerzenständer, Schwerter oder Schilder geschmiedet und präparierte Tiere dienten zur Dekoration.

Nach anfänglichen leichten Schwierigkeiten lief der Betrieb dann durch Werbung und Veranstaltungen langsam an. „Vor allem durch die Ritteressen, bei denen satt gegessen wird. Auch durch die vielen Touristen, die die Plattenburg mit Fahrrad, Bus, zu Fuß, dem Motorrad oder dem Pferd ansteuern, ist sie dann immer bekannter und beliebter geworden. Dass wir nun zehnjähriges Jubiläum feiern, ist schon Wahnsinn“, so Günther. Und genau wie die Besucherzahl wuchs auch das Angebot auf der Plattenburg. 2009 wurde zusätzlich zum Gewölbekeller die gesamte Burg übernommen, nun waren Übernachtungen oder Familienfeiern im Rittersaal möglich. „Auch ein kleines Museum haben wir, und es gibt Führungen über die Wasserburg, deshalb haben wir in den Sommermonaten von Dienstag bis Sonntag und im Winter nur am Wochenende geöffnet.“

Die Gemeinde als Eigentümer installierte zwischenzeitlich Fenster und Heizungen in der Burg, bevor auch der Betreiber selbst vor etwa drei Jahren noch einmal selbst kräftig investierte. „Wir haben die sanitären Anlagen gebaut und wollten dann auch gleich Räumlichkeiten für eine Brauerei schaffen“, so Günther. Etwa 150  000 Euro seien geflossen, bis die Idee verwirklicht werden konnte. „Das Back- und Brauhaus war ja früher im Burgkeller und diese Tradition wollten wir wieder neu beleben.“

Ein Crashkurs-Lehrgang mit einem Braumeister folgte und ein Konzept wurde entwickelt. „Wir haben uns da ganz auf die Befragungen unserer Gäste verlassen, die ein relativ mildes Bier bevorzugen“, verdeutlich er. Mittlerweile seien vier Sorten – zwei schwarz und zwei Pilsbiere – am Hahn. „Hinzu kommen Mai-, Bock- und Winter- als Saisonbiere. Angekommen sind wir heute bei 12  000 Liter im Jahr“, so Günther, der auch heute noch als alleiniger Braumeister fungiert.


„Plattenburger“ zum Mitnehmen


Dass es auch eine Flaschenabfüllung gibt, war zu Beginn ebenfalls nicht geplant. „Ich war erstaunt, wie viele Kunden danach gefragt haben und das Bier mitnehmen wollten“. Also entstanden die auffälligen Holzkisten mit der Aufschrift „Plattenburger“. Bereut hat er die Idee des Selber-Brauens bis heute nicht. „Wir haben den Bierabsatz seit dem verdoppelt.“ Und genau diese Level sind es auch, die der Betreiber gerne halten will. „Wir wollen den Bestand der Kundschaft stabilisieren und haben ersteinmal keine weiteren Investitionen geplant.“ Wichtig wäre es ihm, den Besuchern mehr von den Gegebenheiten des Mittelalters zu vermitteln. „Deshalb ist unsere Karte auch in diesem Sinne gehalten, so steht dort nicht Huhn, sondern ,Fleisch vom gefiedertem Getier‘, aber die Gäste bestellen meist nach Nummern – bei dem Versuch brechen sie sich sonst oft die Zunge“, so Günther lächelnd.

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