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Der Prignitzer

18. November 2017 | 07:46 Uhr

Einbruchsserie zermürbt Sportverein

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 06:55 Uhr

Reckenzin | Eine Einbruchsserie zermürbt die 150 Mitglieder des Reckenziner Sportvereins. "Bis zu 15 Einbrüche waren es in den vergangenen Jahren auf jeden Fall", meint RSV-Vorsitzender Klaus-Dieter Walz. Ziel der Überfälle ist immer wieder das Vereinshaus. Der jüngste Einbruch liegt erst 14 Tage zurück, geschah in der Nacht vom 25. zum 26. Februar. Erst zwei Monate zuvor, in der Nacht zum 30. Dezember, hatten Unbekannte das Sportlerhaus heimgesucht.

"Wir sind alle mehr als sauer", unterstreicht auch Heiko Stibbe, Abteilungsleiter Fußball. "Wenn ich sehe, das Tor zum Sportplatz ist auf, dann habe ich schon die Nase voll." Es sei mehr als schäbig, Vereine zu bestehlen, die gemeinnützige Arbeit leisten, sich auch der Kinder- und Jugendarbeit verpflichtet fühlen und nur von Mitgliedsbeiträgen, kommunalen Zuwendungen und Spenden leben. Ärgerlich seien zudem die Schäden am und im Gebäude, deren Behebung die Gemeinde zusätzliches Geld kostet.

Einen Tag vor Silvester ließen die Diebe einen 1,80 Meter hohen Veltins-Kühlschrank, einen Kaffee- und Bockwurstkocher, Warmhaltebehälter, 60 neue flache und 30 tiefe Teller, ein 30-teiliges Kaffeeservice sowie eine Halterung für Papierhandtücher mitgehen. Beim letzten Bruch verschwanden der Ersatzkühlschrank, noch verpackte Tornetze, ebenso nagelneue Hürden, die für den Trainingsbetrieb genutzt werden sollten, Getränke sowie als Nachgang die Papierhandtücher. Mitgehen ließen die Täter auch die Sporttaschen - die Spielerkluften wurden kurzerhand ausgekippt. Durch die Einbrüche seien dem Verein im Laufe der Jahre mehrere Tausend Euro Schaden entstanden, so Walz. Eine Versicherung gebe es nach so vielen Brüchen schon lange nicht mehr.

"Die Täter hebeln das Tor zum Sportplatz auf, fahren mit dem Auto direkt bis ans Sportlerheim ran, brechen hier ein und laden das Diebesgut direkt auf", rekonstruiert Heiko Stibbe die Vorgehensweise. Dass das zum 100-jährigen Vereinsbestehen mit Geldern der Gemeinde Karstädt und eigenem Engagement des RSV ausgebaute Gebäude immer wieder Ziel von Einbrüchen ist, mag zum einen an seiner Randlage zum Ort, aber auch an den guten Fluchtmöglichkeiten in drei Richtungen begründet sein. "Was ich nicht verstehe: Auch wenn die Brüche immer nachts passierten, bemerkte niemand etwas, obwohl jeder, der nach Reckenzin oder Streesow fährt bzw. aus den Orten kommt, direkt am Sportplatz vorbei muss", meint Walz. Beim letzten Vorkommnis Ende Februar entstand sogar einiges an Lärm, da die Täter eine Flex nutzten, um das Haupttor zu öffnen.

Nach dem vorletzten Einbruch wurde am Silo der Agrargenossenschaft ein ausgebrannter, ausgeschlachteter Transporter gefunden, gestohlen in Wittenberge. "Ich denke, damit wurde der große Kühlschrank transportiert und dann umgeladen", mutmaßt Walz. "Was sollen wir noch machen?", fragt der Vereinsvorsitzende resigniert. Nach den ersten Einbrüchen habe man eine Alarmanlage installiert, "doch die hat den Tätern nur das erste Mal einen Schreck eingejagt, das zeigten die verstreuten Sachen, die sie in der Eile liegen ließen. Später störten sie sich nicht mehr daran, da wurde in Ruhe noch eine geraucht, wie man an den Kippen sehen konnte", erzählt Walz. Und alles vergittern wie ein Gefängnis? Zwei Fenster seien bereits gesichert. Jedes Mal gebe es innen Türschäden, am besten sei wohl, keinen Raum abzuschließen, denn erst beim letzten Bruch sei eine Stahltür mit roher Gewalt bearbeitet worden, bis sie aus der Laibung flog.

"Jeder Verein krankt am Geld. Und Dinge kaufen, damit sie wieder gestohlen werden, macht keinen Sinn", konstatiert der Vereinsvorsitzende. Er sei der festen Überzeugung, dass die Täter nicht so weit entfernt wohnen, sich bestens auskennen. "Die gestohlenen Sachen werden sie vermutlich über Hehler oder übers Internet weiter veräußern, denn wer kann persönlich etwas mit Tornetzen oder Hürden anfangen?", fragt Walz. Seine Bitte an die Öffentlichkeit: Wem diese Artikel, aber auch der Veltins-Kühlschrank, Sporttaschen oder anderes Diebesgut angeboten werden, möge sich bei der Polizei melden, Tel. 03876/7150.

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