Kriminalität in Weisen : Einbruch ins dunkle Gerätehaus

Jörg Michalski und Friedrich Ziegler (v.l.) sind fassungslos: Da, wo einst der Beamer der Wehr angebracht war, hängen nur noch Kabel von der zerstörten Decke.
Jörg Michalski und Friedrich Ziegler (v.l.) sind fassungslos: Da, wo einst der Beamer der Wehr angebracht war, hängen nur noch Kabel von der zerstörten Decke.

Diebe stehlen Material im Wert von 5000 Euro / Weisener Kameraden für 24 Stunden nicht einsatzbereit / Licht bleibt künftig an

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09. April 2015, 21:00 Uhr

„Jetzt sind die Lichter wieder an“, sagt Friedrich Ziegler, stellvertretender Wehrführer der Blauröcke in Weisen. Er will niemanden die Schuld zuschieben und auch keine Vermutungen äußern, doch er meint: „Wir müssen jetzt, nach dem Einbruch ins Gerätehaus, auf Nummer sichergehen.“ Mit Lichtern meint er die Notleuchten, die im Feuerwehrgerätehaus auch nachts für etwas Helligkeit sorgen. „Die Lichter mussten abgeschaltet werden. Das wurde von der Gemeinde beschlossen. Dazu sollte es noch eine Klärung geben, aber bisher gab es die noch nicht.“

Bei der Haushaltsdebatte ging es auch um Einsparpotenziale. Das Abschalten der Notleuchten in der Feuerwache versprach eine Entlastung, die einfach zu realisieren war. „Von Bürgern wurde errechnet, dass die Gemeinde dadurch 43 Euro spart, pro Jahr“, macht Ziegler die Diskrepanz zwischen Ersparnis und Schaden deutlich. Schon auf der Jahreshauptversammlung wiesen Blauröcke auf die äußerst geringfügige Einsparung hin und sagten, dass Landeskriminalamt und der Landesfeuerwehrverband davor warnen würden, Notbeleuchtungen in Feuerwehrwachen abzuschalten. Damit Diebe es leichter.

Ob die fehlende Notbeleuchtung letztendlich die Diebe anzog, weiß keiner. Was bleibt, sind der Ärger über den Einbruch und der Schaden. „Das ist doch eine riesen Schweinerei“, sagt Jörg Michalski, ebenfalls stellvertretender Ortswehrführer in Weisen, in Bezug auf den Einbruch in der Nacht zu Dienstag (der „Prignitzer“ berichtete).

Unbekannte waren in das Gerätehaus ein gebrochen und hatten unter anderem Kettensägen, Kabeltrommeln, zwei Schlauchkörbe, ein B-Strahlrohr, einen Beamer und Geld aus der Kaffeekasse geklaut. Für 24 Stunden war die Feuerwehr nicht einsatzbereit.

„Wir machen hier unser Ehrenamt. Es geht um die Sicherheit der Bürger und dann passiert so etwas“, meint auch Friedrich Ziegler. Kopfschütteln in der Feuerwehr.

Bereits Gründonnerstag hatte ein Kamerad Einbruchspuren entdeckt. Die Polizei wurde alarmiert. Es war aber nichts gestohlen worden. Beim zweiten Versuch nun waren die Diebe erfolgreich. Dienstag meldete ein Kamerad den erneuten Einbruch. An der Rückseite des Hauses knackten die Unbekannten ein Fenster und zwei Türen auf und verschafften sich so Zutritt zu den Gemeinschaftsräumen und den Büros. Die Tür zum Gerätehaus wäre aus Sicherheitsgründen nicht verschlossen gewesen, erklärt Ziegler: „Die Diebe haben alle Räume durchsucht. Heutzutage kann man ja alles zu Geld machen.“

Bis einschließlich Mittwochnachmittag musste sich die Feuerwehr bei der Regionalleitstelle abmelden. Die Polizei und auch die Kriminaltechnik inspizierten die Räume. Außerdem sei kontrolliert worden, ob an den Gerätschaften der Wehr Manipulationen durchgeführt wurden. Dem ist nicht so, beruhigt Ziegler: „Wir sind wieder voll einsatzbereit. Was jetzt fehlt, können wir überbrücken.“

Der finanzielle Schaden sei dennoch erheblich. Allein das Diebesgut beziffert Ziegler mit einem Wert von zirka 5000 Euro. Hinzu kommt der Sachschaden, der durch die zerstörten Fenster und Türen entstand.

Der Schock sitzt tief: „Eigentlich haben wir gut verschlossene Türen, aber wir werden wohl noch mehr machen müssen“, meint Ziegler. Zum einem sollen die Fenster im hinteren Bereich der Wehr durch eine nicht zu öffnende, schlagsichere Glasfront ersetzt werden. Und die Notbeleuchtung brennt nachts wieder.

Ziegler unterstreicht: „Bisher war das der einzige Einbruch in die Weisener Feuerwehr“ Und das solle auch so bleiben.  

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