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Tierauffangstation Kletzke : Ein Zuhause für Tiere in Not

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hannelore und Lutz Thiele von der Tierauffangstation Kletzke e. V. betreuen Hunde und Katzen ehrenamtlich auf ihrem Gehöft an der B5.

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erstellt am 06.Feb.2017 | 11:00 Uhr

Leo hatte am Sonnabend Geburtstag – er wurde sieben Jahre alt und ist ein Appenzeller Sennenhund. Leo kommt mit Kindern gut klar, benötigt aber eine Hand, die das Wesen eines Appenzellers versteht. Denn Leo sucht ein neues Zuhause. Seit Anfang Dezember betreuen Hannelore und Lutz Thiele das schöne Tier in ihrer Auffangstation in Kletzke. „Wir bekommen viele Tiere, die von ihren Besitzern aus Krankheits- oder Altersgründen nicht mehr versorgt werden können, oder Tiere die krank sind“, erzählen die Thieles. Und genau das war der Grund dafür, dass sie 2004 erst einmal das alte Gehöft an der B 5 erwarben und 2005 den Verein Tierauffangstation Kletzke e. V. mit sechs Mitstreitern gründeten. Ihr Anliegen ist ganz simpel: „Tieren in Not helfen“.

Und davon gibt es genug, wissen die 74- und der 75-Jährige zur Genüge. Wie zum Beispiel Affenpinscher Eddi oder Jack Russell Buffy oder Husky-Mischling Scotti. „Es sind nicht mehr alle Tiere, die wir hier haben, weil sie zu alt oder krank sind. Sie bekommen bei uns ihr Gnadenbrot“, erzählt Hannelore Thiele, die tagtäglich mit ihrem Mann von morgens um 8 Uhr bis abends gegen 20 Uhr mit einer Mittagspause zwischendurch ihre Schützlinge versorgt. 14 Hunde finden auf dem Gelände Platz, jeder in einem eigenen großen Zwinger. Und im Katzenhaus können zwölf Vierbeiner unterkommen, derzeit ist es voll belegt. Im Haus selbst haben noch Garfield und Pinky ihr Zimmerchen, die Stubentiger sind bereits im stolzen Alter von 18 Jahren.

Neben den „Dauergästen“ versorgen die Thieles auch „Urlaubsgäste“. Freie Kapazitäten werden dazu genutzt, Hunde oder Katzen aufzunehmen, wenn die Tierhalter plötzlich ins Krankenhaus müssen oder auch mal für ein paar Tage verreisen. Ansonsten „nehmen wir alles auf, was ausgesetzt wird“, sagen die Thieles. Sie haben eine Vereinbarung mit der Gemeinde Plattenburg, und auch die Polizei bringt schon mal einen entlaufenen Hund. „Irgendwie passiert das immer am späten Freitagabend“, sagt fast schon lachend Lutz Thiele. Aber auch Silvester sei kritisch. Die Knallerei verschrecke die Tiere und sie liefen einfach los. In der Regel bleibt ein Tier vier Wochen in der Auffangstation. Und vermittelt werden die Vierbeiner nur, wenn die Thieles sich sicher sind, dass das Verhältnis von Mensch und Tier passt.

Sie machen alles ehrenamtlich, bekommen Unterstützung von weiteren Ehrenamtlern, wie zum Beispiel einem Ehepaar, das die Patenschaft für den Husky-Mischling übernommen hat, und neuerdings auf den Spaziergängen auch Leo mitnimmt. Und als Ehrenamtler sind sie weitgehend auf Spenden angewiesen. Denn von den 450 Euro Beiträge der 15 Vereinsmitglieder im Jahr kommen sie bei einem Aufwand für Betriebs-, Tierarzt-, Futterkosten etc. von etwa 15 000 Euro nicht weit. Auf dem Gehöft in Kletzke finden die Vierbeiner genügend Auslauf. „Aber wir lassen sie nicht zusammen ’raus. Jedes Tier bekommt seine Zeit“, berichtet Lutz Thiele, für den die Tierauffangstation eine Herzensangelegenheit ist.

„Ich wollte eigentlich Förster werden, war aber im Industriebau tätig. Wahrscheinlich hat sich ein Leben lang das Verhältnis zum Tier in mir aufgestaut. Und zu meinem 60. Geburtstag 2001 hatte ich die Idee für die Tierauffangstation, bat um Geldgeschenke, die waren der Startschuss dazu“, erinnert sich Thiele genauso wie an den Umbau und Ausbau des alten Gehöfts. „Wir haben eins nach dem anderen gemacht. Und eines will ich noch machen. An das Haupthaus einen Anbau mit Sanitärtrakt, bestehend aus zwei Toiletten und einer Dusche sowie einem Aufenthaltsraum“, sagt Thiele, der ganz offen zugibt, dass das sein letztes Projekt in der Tierauffangstation sein werde, denn die Gesundheit spiele bei ihm, der seit vergangenem Jahr einen Herzschrittmacher hat, und seiner Frau, die in dieser Woche zu Knie-OP muss und sicher auch noch eine Hüftoperation vor sich hat, nicht mehr so mit. Einen Nachfolger zu finden, sei nicht einfach. Aber noch werden die beiden „unsere ganze Kraft in das Vorhaben investieren“, versichern sie.

 

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