Fußballturnier in Schönfeld : Ein Zeichen gegen Rassismus

Ehrgeizig: Zwar handelte es sich um ein Spaßturnier, trotzdem wurde um jeden Ball gekämpft, kaum ein Pass verloren gegeben.  Fotos: Rant
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Ehrgeizig: Zwar handelte es sich um ein Spaßturnier, trotzdem wurde um jeden Ball gekämpft, kaum ein Pass verloren gegeben. Fotos: Rant

Auf dem Sportplatz bei Schönfeld traten Fußball-Freizeitteams mit ausländischen Spielern an / Auch zweite Auflage des Turniers war ein Erfolg

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23. August 2016, 08:00 Uhr

Schon von Weitem sind die Anfeuerungsrufe auf dem Sportplatz nahe Schönfeld zu hören. Doch nicht jedes Wort, das ans Ohr dringt, ist zu verstehen. Denn manchmal sind die Rufe auf Arabisch oder Rumänisch.

Zur zweiten Auflage des Kickens gegen Rassismus hatten die Organisatoren am Sonnabend wieder acht Freizeitmannschaften eingeladen. Es kamen zwei Teams vom Schlachthof Perleberg, je eines der Awo, des CJD aus Perleberg sowie Molotow Stavenow, Einheit Promille Perleberg, Wolfgang Lenzen und der FC Lampedusa aus Hamburg. „Im vergangenen Jahr hatte sich in Perleberg eine Bürgerwehr gegründet und das, was dahinter stand, fand ich nicht so gut“, erklärt Kay Luthe (28) den Grund, warum er mit seinem Bekannten Andreas Puls dieses Turnier ins Leben rief. Die beiden Perleberger hatten am Organisationstisch alles unter Kontrolle, und das, obwohl Luthe selbst bei Molotow Stavenow mit gegen den Ball trat. Jeder spielte gegen jeden, eine Partie dauerte 14 Minuten. „Wir wollen zeigen, dass die Flüchtlinge und Ausländer insgesamt auch nur Menschen sind“, sagte Kay Luthe. Nach dem ersten Turnier im vorigen Jahr seien alle begeistert gewesen. Deswegen war das Teilnehmerfeld schnell wieder beisammen. Syrer, Afghanen oder auch Rumänen traten gemeinsam mit ihren deutschen Mannschaftskollegen an. „Ich finde die Idee des Turniers sehr gut. Alle haben Spaß und können ihre Sorgen für eine Weile vergessen“, so Ahmed Zdaou, der beim CJD als Übersetzer arbeitet.

Abgesehen vom Sport sei es wichtig, dass die Ausländer unter Leute gehen, auf die anderen zugehen. Dabei solle der Fußball helfen, Berührungsängste abbauen. „Ich sage immer, auf der Straße müsst ihr Deutsche sein, daheim könnt ihr eure Religion ausleben. Die Mischung macht’s“, beschrieb Zdaou. Dank des Wettbewerbs würden einige nun auch in deutschen Vereinen spielen, zum Beispiel beim TSV Uenze 04. „Das ist doch super“, freute sich Ahmed Zdaou. Unterstützt wurden die Organisatoren von der Linkspartei und den Freien Wählern, die Bastelmaterial für die Kinderecke beisteuerten.

Nach 28 Begegnungen standen die Sieger fest. Platz eins belegte der FC Lampedusa aus Hamburg und bekam dafür den größten Pokal. Leer musste aber kein Team ausgehen, alle erhielten einen Pokal. Je nach Platzierung fiel dieser eben größer oder kleiner aus.

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