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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 12:30 Uhr

Ein "wandelndes Wörterbuch" räumt ab

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 09:33 Uhr

Wittenberge | So richtig glauben konnte es Sarah Beyer gestern noch nicht, als sie erfuhr, dass sie die Beste ist. Die beste Englisch-Schülerin im Land Brandenburg. Gegen 751 Mitbewerber der 9. Klassen hatte sich Sarah, die die Wittenberger Oberschule besucht, durch gesetzt. Unter den bundesweit 13255 Teilnehmern reichte es immer noch zu einem hervorragenden 39. Platz. Das Besondere beim Wettbewerb "The Big Challenge": Alle weiterführenden Schulen sind zugelassen, also treten die Oberschüler auch gegen Gymnasiasten und Gesamtschüler an.

"Irgendwie hatte ich schon ein gutes Gefühl, denn Schwierigkeiten hatte ich beim Test keine", gibt Sarah zu. Es sei fast ein bisschen zu leicht gewesen, findet die 15-Jährige, die bereits seit der ersten Klasse Englischunterricht hat. "Aber Platz eins in Brandenburg - da war ich doch überrascht, auch weil ich es erst in der Schule erfahren und meine Ergebnisse gar nicht selbst nachgeschaut hatte."

Sarah hat allen Grund stolz zu sein, bekräftigt auch ihre Englischlehrerin Sigrid Neutmann, die als Rektorin der Oberschule natürlich auch um das Prestige eines derartigen Erfolges für die Schule weiß. "Es ist einfach toll, wenn eine Schülerin bei einem großen Wettbewerb so gut abschneidet, zumal hier nicht nur klassischer Unterrichtsstoff abgefragt wird, sondern auch das Allgemeinwissen in Englisch sitzen muss."

Der Test selbst besteht aus einem Bogen mit 54 Fragen nach dem Multiple-Choice-Verfahren. Für jede einzelne stehen vier mögliche Antworten zur Auswahl. Die Fragen betreffen die Themenbereiche Vokabeln, Grammatik, Aussprache und Landeskunde. "Bei der Landeskunde waren beispielsweise die Namen der Stadtteile von New York gefragt, und bei den Aufgaben zur Aussprache mussten wir Betonungszeichen richtig setzen", berichtet Sarah, die auch in Deutsch gute Noten hat. Trotzdem liegen ihr nicht alle Sprachen. "In Russisch habe ich so meine Pro bleme", gibt sie zu.

Für Englisch hingegen hat sie sich schon immer begeistern können, pflegt den Austausch vor allem im Internet. "Ich bin auf der Seite www.deviantart.com angemeldet, das ist eine Plattform, auf der man sich über Kunst austauschen und eigene Bilder hochladen und darüber diskutieren kann. Die Seite ist international, und dort wird vorwiegend auf Englisch kommuniziert. Da schreibe und chatte ich auch in Englisch", erzählt Sarah, die dort nicht nur über Kunst debattiert, sondern auch selbst gemalte Bilder zur Diskussion stellt. Ob es beruflich später mal etwas mit Sprachen wird, da ist sie sich noch nicht sicher, es könnte auch in die künstlerische Richtung gehen. In jedem Fall will sie das Abitur machen und sich dann orientieren.

Trotz des Erfolgs bei der "Big Challenge" fühlt sich Sarah nicht als Streber. "Es liegt mir nun mal. Und in meiner Klasse ist es eher so, dass mich die anderen einfach fragen, wenn sie ein Wort nicht wissen. Das ist eben so."

Als Preis für den ersten Platz gab es einen Pokal, ein T-Shirt, eine Urkunde mit den erreichten Punkten und einen Sprachlerncomputer. Ob Sarah den allerdings brauchen wird, daran darf gezweifelt werden. "Tatsächlich nennen mich meine Freunde ab und zu ,wandelndes Englischwörterbuch. So richtig wird mir der Computer also nicht helfen können", sagt sie und lacht.

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