Feuerwehr wirbt um Nachwuchs : Ein Unimog kann begeistern

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Klein neben Groß: Wo die großen ihr Unimog-Tanklöschfahrzeug haben, sind nun auch die kleinen ausgestattet.
Klein neben Groß: Wo die großen ihr Unimog-Tanklöschfahrzeug haben, sind nun auch die kleinen ausgestattet.

Kreisfeuerwehrverband präsentiert sich erstmals nach Coronapause. Mini-Unimog ist Star des Infostands auf Pritzwalker Marktplatz

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07. August 2020, 18:00 Uhr

Diesmal war es nicht der große Unimog, dem bei der Präsentation der Feuerwehr auf dem Marktplatz in Pritzwalk die Aufmerksamkeit zuteil wurde. Diese Ehre gebührte gestern der etwas kleineren Version: dem Tretauto-Unimog.

Während das geländegängige Löschfahrzeug bereits seit 1992 von den Pritzwalker Kameraden in der Waldbrandbekämpfung eingesetzt wird, ist dessen kleiner Abkömmling Baujahr 2020 die neueste Errungenschaft des Prignitzer Kreisfeuerwehrverbands, kurz KFV. Ihn will der Verband neben einem Wasserspritzspiel und der Hüpfburg fortan einsetzen, um Kinder für die Arbeit in der Feuerwehr zu begeistern.

Die Firma Harald Bruhns, die ihren Firmensitz in Karstädt hat, hatte anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens das Löschfahrzeug en miniature dem KFV geschenkt. „Unsere Firma ist am 9. Juli 1990 gegründet worden. Wegen Corona konnten wir das Jubiläum nicht feiern“, erläutert Mitarbeiterin Madeleine Motzkus. Bruhns vertreibt Nutzfahrzeuge an Kommunen, etwa an Straßenmeistereien, und an Landwirtschaftsunternehmen.

„Das ist ein Unimog, der kann alles.“

Wer sich jetzt fragt, was der kleine Unimog denn kann, für den hat Beate Mundt eine schnelle Antwort parat: „Das ist ein Unimog, der kann alles.“ Mundt lebt in Quitzow und ist dort Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, daneben ist sie Vorstandsmitglied des KFV – das verraten die beiden silbernen Sterne auf ihren Schulterklappen.

„Blaulicht ist natürlich immer das Wichtigste“, sagt sie und deutet auf die Rundumleuchte an der Tretvariante des Universalmotorgeräts. Am Meisten begeistern dürfte die angehenden Brandbekämpfer wohl aber der Anhänger mit funktionstüchtiger Pumpspritze. „Die Kinder sollen die Arbeit der Feuerwehr begreifen lernen – im wahrsten Sinn des Wortes“, so Mundt, Zwei neue Anmeldungen für die Jugendfeuerwehr seien bereits ein erfreuliches Fazit an diesem Vormittag.

Mundt legt Wert darauf, Mädchen genauso anzusprechen wie Jungen, und ihr Kollege Ralf Arnolds ergänzt, dass Kameraden mit Migrationsgeschichte ebenso eine Bereicherung seien.

Nächste Station: Perleberg

Der gestrige Informationsstand der Feuerwehr in Pritzwalk war der erste seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März. Nächsten Sonnabend wird der KFW seinen neuen Spieleanhänger in Perleberg vorstellen. Danach sei der Verband immer offen, sich zu Anlässen in der Prignitz zu präsentieren.

Mit dabei war gestern auch Notfallseelsorger Michael Pfeiffer. Oft ist er oder einer der elf weiteren aktiven Seelsorger im Landkreis gemeinsam mit der Feuerwehr im Einsatz, um Unfallopfer in akuten Situationen zur Seite zu stehen. Wenn er von seinem Ehrenamt erzählt, werde er oft gefragt, ob er zu viel Zeit habe. „Das nicht“, antworte er dann, „nur zu viel Herz.“

Mundt ist gut beschäftigt an diesem heißen Tag. Gerade kommt ein Mädchen auf sie zu, deren Ballon davongeflogen ist. Mundt macht sich sogleich daran, den nächsten aufzupusten. „Es gibt eben Notfälle im Leben“, kommentiert sie mit gespieltem Seufzer.

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