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Der Prignitzer

24. November 2017 | 01:13 Uhr

Wanderbuch : Ein Thüringer in der Prignitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Obwohl Thomas Niedlichs Lebensmittelpunkt Groß Welle ist, fühlt er sich seinen Wurzeln sehr verbunden und schrieb jetzt sein erstes Wanderbuch

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2015 | 16:18 Uhr

Der gebürtige Thüringer Thomas Niedlich lud die Einwohner seines Wohnortes Groß Welle unlängst zu einer vorweihnachtlichen Lesung in den Gemeinderaum ein. Im vollbesetzten Raum las er und zeigte eine Fotoshow mit eigenen Bildern aus seinem ersten Buch. Ganz stilecht gab es dazu selbstgebackenen Thüringer Kuchen

Thomas Niedlich hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf den Spuren von August Trinius zwischen gestern und heute zu wandern. In Vorbereitung auf eine Rennsteigtour entdeckte er die Wanderbücher von Trinius, die dieser vor über 100 Jahren veröffentlichte. August Trinius verbrachte seine ersten Jahre in Berlin, bewanderte und beschrieb die Mark, war ein Zeitgenosse Theodor Fontanes und mit ihm bis zum Tode von Fontane im Briefverkehr – auch nach seiner Rückkehr nach Thüringen – eng verbunden.

Auf den Spuren von August Trinius in Thüringen zu wandern und das Alte mit dem Neuen zu vergleichen, hat Thomas Niedlich seitdem zu seiner Passion gemacht. Er kam auf die Idee, die Wanderungen von Trinius heute nachzugehen und Orte zu besuchen, die dieser damals ebenfalls in seinem Reiseprogramm hatte.

Städte, Dörfer und Landschaften in der heutigen Zeit zu erreichen, ist mit den modernen Mitteln der Gegenwart kein Problem mehr. Routenplaner im Internet, Quartierbestellung per Telefon oder Flug in den Urlaub. Um wie viel umständlicher war das jedoch noch vor über 100 Jahren?

Und so entstehen die Wandereindrücke von Thomas Niedlich stets im Dialog zwischen dem was früher war, dem was heute ist und dem Bekenntnis des Autoren zu seiner alten Heimat. Ob der Weg von Arnstadt über die Reinsberge nach Martinroda, auf den Spuren Goethes zwischen Ilmenau, Martinroda und Kickelhahn, auf den Spuren der Gartenzwerge von Gräfenroda hin zu den Heinzelmännchen der Kammerlöcher bei Angelroda, ob Schlösser oder sich anbahnende Naturkatastrophen, ob eine Kammquerung bei Regen und Schnee oder das besondere Verhältnis der Städte Ilmenau und Arnstadt zueinander: Sie alle finden ihren Platz in dem mit eigenen Fotos illustrierten Buch.

Gespräche mit Landsleuten oder zufällige Begegnungen unterwegs vermitteln einen Eindruck heutiger Lebensart. Abgerundet wird das Buch mit den Wanderungen in der Umgebung von Georgenthal. „Der beeindruckende Kandelaber auf dem Johannisberg, die Klosterruinen in Georgenthal oder das Schloss Ehrenstein in Ohrdruf sind eine Visite wert“, so Niedlich. All diese Stätten sind mit persönlichen Erinnerungen verknüpft und werden erzählt. Mit einem Liebesbekenntnis der etwas anderen Art an Thomas Niedlichs Heimatort Arnstadt endet das Buch.

Die Gäste der Lesung hatten sichtlich Spaß an der Materie und nahmen rege Anteil. Auf seiner Webseite unter www.thüringer-wanderungen.de erzählt Thomas Niedlich mehr zu diesem Buch und über die Entstehung seines neuen Werkes über seine Wanderungen entlang der Werra.

„Wer Lust bekommen hat, diesen Spuren zu folgen, kann das ohne Probleme tun und sich das Buch einfach kaufen“, empfiehlt der Groß Weller.


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