Wittenberge : Ein Tag an der Fast-Food-Front

Sieht leicht aus, ist es aber nicht. Wibke Niemeyer bereitet einen Burger zu.
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Sieht leicht aus, ist es aber nicht. Wibke Niemeyer bereitet einen Burger zu.

Ein Tag als Systemgastronomin: Volontärin Wibke Niemeyer brät und garniert Burger bei McDonald‘s

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30. September 2017, 05:00 Uhr

Willkommen bei McDonald‘s. Ihre Bestellung, bitte! Wer kennt diese Begrüßung nicht am Drive-In-Schalter. Doch was läuft hinter den Kulissen ab? Folgen Sie mir an die Fast-Food-Front. Ich schufte im McDonald‘s Store in Wittenberge. Erlebe den Wechsel vom Frühstücks- zum Mittagsgeschäft.

Rein in die Dienstkleidung. Lieferung auf Vollständigkeit kontrollieren. Jeden Dienstag und Samstag kommt neue Ware. Restaurantleiter Kilian Jaap und Schichtleiterin Christine Schulz füllen die Kühlkammer auf. Kiloweise Salat. Kistenweise Tomaten und Brötchen.

In der Küche. Kilian Jaap gibt mir einen Crash-Kurs. Ganz wichtig: ein Bildschirm. Bestellt ein Gast an der Kasse, werden die Informationen sofort an die jeweils zuständige Position weitergegeben. In meinem Fall erscheint der zu fertigende Cheeseburger auf dem Bildschirm im Burgerbereich. Jetzt muss alles schnell gehen. Kein Kunde soll länger als 90 Sekunden auf seine Bestellung warten. Eine echte Herausforderung und Stresssituation.

Schichtleiterin Christine Schulz macht es mir vor. Jeder Handgriff ist festgelegt. Brötchen toasten. „Damit die Soße nicht durchweicht“, erklärt sie. Parallel brate ich das Fleisch. Die Brötchen sind fertig. Garnieren. Senf, Ketchup, kleine Zwiebeln, eine Scheibe Gurke, Käse. Zum Herd. Fleisch würzen. Auf den Burger. Brotdeckel drauf. Fertig. Einpacken. Das ist eine Kunst. Hier gibt es Vorschriften, damit man erkennt, was drin ist. Die Schrift nach oben. Ich brauche länger als die vorgegebene Zeit. Seufze. „Je öfter du das machst, desto schneller wirst du“, tröstet Schulz mich. Keine Zeit zum Nachdenken. Die Bestellungen häufen sich. Geschwindigkeit zählt. Konzentration ist gefragt. Mir schwirrt der Kopf. Wahnsinn, wie sich die Mitarbeiter alles merken können. Die Arbeitsschritte. Die richtige Reihenfolge beim Garnieren. Die Produktpalette ist vielfältig. Alles frisch. Kein Burger darf länger als zehn Minuten liegen. Ich spüre den Druck. Die Präzision leidet. Lege zwei Gurken auf den Cheeseburger. „Da kommt nur eine drauf“, sagt Schulz. Eine mehr verändere den Geschmack. Nehme eine wieder runter. Der Cheeseburger ist das meist verkaufte Produkt der Fast-Food-Kette.

Grill reinigen. Nach jedem Braten. „Pass auf, dass du dich nicht verbrennst“, sagt Schulz. Spüre die Hitze. Mittagszeit. Der Stresspegel steigt. Hamburger vorbereiten. Zubereitung funktioniert wie Cheeseburger. Nur ohne Käse. Arbeite hochkonzentriert. Bin in der Zeit. „Das wird immer besser.“ Ein Lob.

Blick auf die Uhr. Mittagszeit vorbei. In der Küche ist es ruhiger. Die Mitarbeiter füllen die Behälter an den Garnierstationen auf: Salat, Scheibenkäse, Tomaten. Vorbereiten für den nächsten Ansturm. Der lässt nicht lange auf sich warten. Ich habe meine Arbeit getan. Gönne mir einen Latte Macchiato und einen Muffin. Natürlich aus dem McCafé. Lasse meine Eindrücke sacken. Hätte nicht gedacht, dass ich als Anfänger gleich so eingespannt werde.

Infektionsschutzbescheinigung

Wer im Bereich der Lebensmittelzubereitung, des -verkaufs oder in der Gastronomie tätig werden will, benötigt eine Bescheinigung nach § 43 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz. Dazu muss an einer Belehrung zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln im Gesundheitsamt teilgenommen werden. Etwa eine Stunde lang erfahren Teilnehmer, welche Hygienevorschriften zu beachten sind und bei welchen ansteckenden Erkrankungen es untersagt ist, im Lebensmittelbereich tätig zu sein.

Im Einzelgespräch wird abschließend der aktuelle Gesundheitszustand und eventuelle Krankheiten im sozialen Umfeld abgefragt. Ist alles in Ordnung, wird das Nachweisheft ausgehändigt. Die Teilnahme kostet 29 Euro. Die Bescheinigung ist lebenslang gültig, wenn innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der Erstbelehrung die Tätigkeit aufgenommen wird. Die Belehrung und Ausstellung der Nachweise erfolgen ausschließlich nach telefonischer Terminvereinbarung mit Monika Möske, Gesundheitsamt Perleberg, Telefon 03876/ 713 514.

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