Tierische Freundschaft : Ein Stück vom Glück

Hilde Wolfram, IngoBehrend und Elfriede Millat (v. l.) mit dem Katzenhäuschen, das eigens für Mausi gebaut wurde.  Fotos: Birgit Hamann (2)
1 von 2
Hilde Wolfram, IngoBehrend und Elfriede Millat (v. l.) mit dem Katzenhäuschen, das eigens für Mausi gebaut wurde. Fotos: Birgit Hamann (2)

Senioren kümmern sich gemeinsam um eine Katze und verhalfen ihr zu einer winterfesten Behausung

von
18. November 2014, 12:00 Uhr

Streicheleinheiten für Katze Mausi und zugleich wohl auch für die Seele der Senioren im betreuten Wohnen der Awo Prignitz gibt es in der Rolandstadt schon seit rund anderthalb Jahren. Gekrönt wurde die ebenso tierische wie spröde Freundschaft vor wenigen Tagen mit der Übergabe eines „Eigenheims“. Aber der Reihe nach:

Im Frühling vergangenen Jahres streunte im Bereich des Beyerteiches eine herrenlose Katze umher. Dürr habe sie ausgesehen, den Umgang mit Menschen sei sie offenbar gewohnt gewesen und hielt dennoch Abstand, erinnert sich Elfriede Millat. „Wir haben sie angefüttert, jeder aus dem Aufgang bzw. dem Haus gab etwas dazu“, berichtet Hilde Wolfram.

Zu ihr fasste Mieze so etwas wie Vertrauen. Es dauerte nicht lange, da begleitete die Katze die 93-Jährige auf ihren Spaziergängen. Das ist bis heute so und besonders amüsant, wenn Hilde Wolfram morgens ums Haus in der Franz-Grunick-Straße geht, die Zeitung aus dem Briefkasten holt, sich dann auf eine Bank setzt, um darin zu lesen. Mausi, wie Elfriede Millat das Tier taufte, geht auch dann mit, nimmt ebenfalls Platz und nutzt die Phase der Zeitungslektüre für eine ausgiebige „Morgenwäsche“.

Das ist ebenso ein Ritual, wie die relativ festen Mahlzeiten, die die Hausbewohner täglich für Mausi einhalten, oder auch die mittäglichen Streicheleinheiten inklusive Bürstenmassage, die Elfriede Millat verabreicht. Da Mausi nur mit vielen Lockversuchen überhaupt in den Hausflur kommt und keinesfalls in eine Wohnung gehen würde, erdachten die Senioren für den vergangenen Winter eine Behelfs-Behausung in Form eines Pappkartons. Der hatte nun allerdings wirklich ausgedient, und da inzwischen der nächste Winter vor der Tür steht, musste eine Lösung gefunden werden. Altenpflegerin Erika Abert wusste Rat. Sie fragte Ingo Behrend, seines Zeichens Bautischler und Heilerziehungspfleger, ob er nicht einfach eine Behausung für Mausi herstellen könne. Gesagt – getan: Am vergangenen Freitag wurde das „Eigenheim“ übergeben und mit Heu sowie Teilen des alten Kartons – also des provisorischen Papphauses – ausstaffiert. Mausi, so sagen die Hausbewohner, sei jetzt, mit ihrem „5 Sterne-Hotel“ mit Vollpension, eine glückliche Katze und sowas von wohl genährt …

Angenehmer Nebeneffekt: Das gemeinsame Kümmern um den Vierbeiner schafft Nähe zwischen den Hausbewohnern, bringt Struktur in den Tag. Die Senioren, davon sind sie selbst überzeugt, konnten ein Stückchen Glück stiften – was sie durchaus selbst ein wenig glücklicher macht.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen