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Prignitzer Firma bei der Hannover Messe : Ein Storch auf den Weltmeeren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rühstädter Firma Ojinski produziert Teile für Schiffsdieselmotoren und ist Zulieferer in der Medizintechnik

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Barack Obama und Angela Merkel sind da, die Firma Ojinski aus Rühstädt auch. Zusammen mit zwei weiteren Prignitzer Unternehmen präsentiert sie sich seit gestern auf der weltweit wichtigsten Industriemesse in Hannover. Und das hat einen guten Grund: Der Familienbetrieb ist auf allen Weltmeeren präsent. „Wir bauen Teile für große Schiffsdieselmotoren“, sagt Geschäftsführerin Jana Ojinski, deren Vater Karl-Heinz den Betrieb 1977 gründete.

„Wir wollen unseren Bekanntheitsgrad erhöhen und hoffen auf einen weiteren Großkunden“, nennt Jana Ojinski die ehrgeizigen Ziele für Hannover. Es ist der sechste Messebesuch und sie weiß, dass es Geduld braucht. „Großkonzerne entscheiden nicht binnen Monaten. Bis zu einer Partnerschaft können mehrere Jahre vergehen.“

Ojinskis nehmen sich diese Zeit. Das Geschäft floriert. 30 Mitarbeiter sind im Drei-Schicht-System beschäftigt, unter ihnen zwei Azubis. „Wir bilden nur aus, um die Lehrlinge zu übernehmen“, sagt Ojinski. So war es auch bei Enrico Schulz: Ausbildung, Qualifizierung „und heute ist er unser bester Mitarbeiter im Fräsbereich“, lobt ihn die Chefin. Der junge Mann bedient eine 280 000 Euro teure Maschine. Teile die er bearbeitet, müssen absolut exakt sein. Es geht um den Tausendstelbereich.

Gute Mitarbeiter auf der einen Seite, Hightech auf der anderen.Für rund 1,2 Millionen haben Ojinskis neu investiert. Allein das CNC-Dreh-Schleifzentrum kostet knapp eine halbe Million Euro. Bis zu drei Meter große Teile können damit bearbeitet werden. Vier Drehmaschinen und eine Anlage zur Wasseraufbereitung für Kühlschmiermittel stehen neu in den Hallen am Dorfrand.

Die Beleuchtungsanlage ist auf LED umgestellt, zwei große Filtertürme sorgen für gute Luft und damit für bessere Arbeitsbedingungen in den Werkhallen. „Ein Spänebrecher komprimiert Abfälle, so dass die Entsorgungskosten sinken“, beendet Jana Ojinski die Aufzählung. Landrat Torsten Uhe hat bei seinem Rundgang genau zugehört und zeigt sich beeindruckt. Wie es mit Fachkräften aussehe, fragt er.

Schwierig, lautet die einfache Antwort. „Gern würden wir viel mehr Fachkräfte einstellen“, so Jana Ojinski. Sie müssen Maschinen einrichten und programmieren, das setzt eine hohe Qualifikation voraus. Aktuell verhandelt der Betrieb mit einem Kunden über einen Großauftrag. „Sollten wir den bekommen, bräuchten wir zehn neue Mitarbeiter.“ Diese in kurzer Zeit zu bekommen, sei ausgeschlossen. Zum Glück vergehen zwei, drei Jahre, bis eine Serienproduktion solche Ausmaße erreicht.

Ein anderes Thema ist der Generationswechsel. Manche Kollegen seien seit über 20 Jahren im Betrieb. In Kürze wird ein Produktionsleiter in den Ruhestand gehen. Ein Diplomingenieur aus Rumänien tritt die Nachfolge an. Er lebt in der Prignitz, arbeitet seit fünf Jahren in Rühstädt.

Kleinteile für die Möbelindustrie, Hauptanlassventile für riesige Containerschiffe, künstliche Hüftgelenke und Teile für Fettabsaugpumpen – all das kommt aus Rühstädt und mit etwas Glück, kam gestern vielleicht sogar der amerikanische Präsident am Stand der CNC-Präzisionsfertigung Ojinski GmbH vorbei.  

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