Digitaler Jagdsimulator : Ein „Schießkino“ für Waidmänner

Christian Sperling demonstriert die Funktion des digitalen Schießstandes.
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Christian Sperling demonstriert die Funktion des digitalen Schießstandes.

Jagdverband Pritzwalk investiert 40 000 Euro in einen digitalen Jagdsimulator zum effektiven und sicheren Training

svz.de von
09. Juli 2015, 22:00 Uhr

Der Pritzwalker Jagdverband verfügt seit kurzem über einen hochmodernen, digitalen Schießstand. Bereits im vergangenen Jahr war Christian Kötter vom Schießzentrum Münsterland in der Prignitz zu Gast. Etwa 40 Jäger probierten den digitalen Schießstand aus und waren sehr begeistert. Denn anders als auf einem herkömmlichen Schießstand, kann hier das Schießen auf große Entfernungen und in der Bewegung trainiert werden. Jeder Schuss kann genau analysiert werden vom Nachführen der Waffe über den Zeitpunkt des Abdrückens bis hin zum Treffer.

„Vor allem für die Drückjagden kann hier trainiert werden, um flüchtendes Schwarzwild besser zur Strecke zu bringen, Fehlschüsse und unnötige Verletzungen des Wildes zu vermeiden“, sagt Werner Sperling, Vorsitzender des Pritzwalker Jagdverbandes. Nach dem Training im vergangenen Jahr war man sich im März auf der Mitgliederversammlung schnell einig, eine solche Anlage anzuschaffen. Die Jagdbehörde des Landes unterstützte den Pritzwalker Jagdverband und förderte 90 Prozent der Anschaffungskosten von fast 40 000 Euro aus der Jagdabgabe. „Diese Anlage ist das Modernste, was es im Moment auf dem Markt gibt, und hat zahlreiche Möglichkeiten“, erklärt Sperling.

Christian Kötter vom Schießzentrum Münsterland hat bereits einige Jäger in die digitale Technik eingewiesen, damit sie den Stand künftig betreuen können. So kann aus zahlreichen bereits vorhandenen Bildern der Hintergrund gewählt werden. Egal ob Lichtung, Wald oder freies Feld. Der Jäger kann sogar ein Bild in seinem Revier machen und dieses als Hintergrundbild verwenden. Geschossen wird in der Regel auf Schwarzwild. Dabei kann frei gewählt werden, ob das Wildschwein von links, von rechts von oben oder aus einer Deckung gelaufen kommt. Weiterer Vorteil: Jeder Jäger kann seine eigene Waffe, die er auch sonst zur Jagd verwendet, für das Training nutzen. Die Waffe wird an das System angeschlossen, kalibriert und kann dann eingesetzt werden.

„Wir wollen die Anlage aber nicht nur unseren Pritzwalker Jägern zur Verfügung stellen, sondern auch anderen Hegeringen und Jagdverbänden die Möglichkeit bieten, die Anlage zu Trainingszwecken zu nutzen“, sagt Werner Sperling. Ansprechpartner für Interessierte Jagdverbände und Hegeringe ist Heinz-Otto Voß aus Neu Krüssow. Auch Jagdschulen oder die Forst können die mobile Anlage künftig nutzen, so Sperling. Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Da hier nicht mit scharfer Munition geschossen wird, ist die Anlage fast überall einsetzbar und man brauche auf Sicherheit wie bei einem herkömmlichen Schießstand keine Rücksicht nehmen. Dennoch werde man auch an richtigen Schießständen trainieren, so Sperling.

Im vergangenen Jahr, als etwa 40 Pritzwalker Jäger mit der Anlage trainierten, gab es nach ihren eigenen Angaben weniger Fehlschüsse bei den Drückjagden und weniger verletzte Tiere, was auch die aufwändige Nachsuche verwundeter Tiere deutlich reduzierte. Da der Bestand an Wildschweinen durch den Mais- und Rapsanbau sehr stark zugenommen hat, ist das Schießtraining und die Treffsicherheit der Jäger von großer Bedeutung, um den Hegeauftrag in den Revieren perspektivisch besser umsetzen zu können, so Sperling.  

 

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