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DDR-Postkarten in Perleberg : Ein „Schatz“ aus 30 000 Ansichtskarten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

DDR-Museum übernimmt komplette Sammlung mit Motiven aus den 1940er Jahren bis 1990

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 18:00 Uhr

Man kann es schon einen Schatz nennen, den Hans-Peter und Gisela Freimark für das DDR-Geschichtsmuseum und Dokumentationszentrum an Land zogen. „Wir haben eine Sammlung mit 30 000 Ansichtskarten der DDR übernommen“, sagt Hans-Peter Freimark nicht ohne Stolz.

Eine Sammlerin aus der Nähe von Hameln, die ihre Wurzeln allerdings in Ostdeutschland hat und namentlich nicht öffentlich genannt werden möchte, war auf der Suche nach einem Abnehmer. Ihr sei es nicht vordergründig darum gegangen, die teils hoch gehandelten Karten meistbietend zu veräußern, so Freimark. Viel mehr habe sie nach einem neuen Besitzer unter dem Aspekt gesucht, dass die Sammlung auf jeden Fall als Ganzes erhalten bleibt. Museen und andere Einrichtungen, die sich mit der DDR-Geschichte beschäftigen und die Dinge aus dieser Zeit professionell archivieren, gibt es bekanntlich eine Menge. Die Wahl der Sammlerin fiel aber ganz bewusst auf Perleberg, nachdem sie zuvor ausführlich recherchiert hatte, sagen Freimarks. Sicher, so Gisela Freimark, habe sie das Konzept des Museums und Dokumentationszentrums überzeugt, das bekanntlich weit über die bloße Präsentation nostalgischer Stücke hinaus geht.

Die 30 000 Ansichten dokumentieren den Zeitraum von direkt nach dem zweiten Weltkrieg bis 1990, erläutert Museumsleiter Hans-Peter Freimark. Nicht ein einziges Motiv sei doppelt vorhanden. Die Perleberger Ansichten habe er schon in Augenschein genommen. Bei genauerem Hinschauen seien ihm hier und da Retuschen aufgefallen – nichts Ungewöhnliches für die damalige Zeit. Schließlich konnte nicht bei jeder kleinen Veränderung gleich wieder eine neue Karten-Auflage produziert werden. „Beispielsweise stimmen zwei Ansichten nicht überein, die jeweils das Rathaus zeigen: Auf einer fehlt ein komplettes Fenster“, schmunzelt Freimark. Vermutlich war das Fenster auf der älteren Karte mit etwas dekoriert, das später nicht mehr in den Zeitgeist passte oder politisch deplatziert war, mutmaßt er.

Die Ansichtskartensammlung ist gut sortiert und zudem katalogisiert, was den Mitstreitern im DDR-Museum die Arbeit erleichtern wird. Aufgrund einiger zurzeit parallel laufender Projekt, möchte sich Hans-Peter Freimark noch nicht auf einen Termin festnageln lassen, an dem der „Schatz“ der Öffentlichkeit präsentiert wird. Ausgesuchte, interessante Motive sollen aber bald zu sehen sein.

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