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Der Prignitzer

22. November 2017 | 06:40 Uhr

Ein Rückzugsort vom Arbeitsalltag

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2013 | 05:21 Uhr

Lenzen | Der Naturcampingplatz am Rudower See bei Lenzen ist nach wie vor ein beliebtes Ziel für Dauercamper, Kurzzeitzelter und Badegäste. Auch Familie Thomsen aus Melbeck bei Lüneburg genießt ihren Urlaub auf dem Gelände am so genannten See-Ende bei Leuengarten. Sehr zur Freude von Sigmar Beck, der das Areal seit einigen Wochen betreut.

Ein schöner Sommerabend neigt sich langsam dem Ende entgegen. Auch die Thomsens bereiten sich auf das Abendessen vor, genießen nebenbei von ihrem Stellplatz aus den idyllischen Blick auf den Rudower See. "Es ist einfach irre hier. Die schöne Natur und der See, einfach herrlich", sagt Sabine Thomsen, die zusammen mit Tochter Ronja gerade den kleinen Campingtisch deckt, während Ehemann Jörg im Zelt ein italienisches Nudelgericht zubereitet. Die Niedersachsen campen bereits zum dritten Mal am Rudower See, verbringen hier derzeit ihren Jahresurlaub und sind drauf und dran, sich auch für die kommenden Jahre einen Dauerstellplatz zu sichern. "Der Campingplatz ist ein schöner Rückzugsort vom Arbeitsalltag", schwärmt Sabine Thomsen, die mit ihrer Familie während ihres Aufenthaltes in der Elbtalaue viel radelt und Ausflüge nach Lenzen und in die Umgebung unternimmt. "Die ganze Anlage und das Waschhaus sind sehr gepflegt. Man hat hier einfach alles, bekommt manchmal sogar die Frühstücksbrötchen direkt ans Zelt", erzählt sie weiter, während Jörg dem Rest der Familie das fertige Nudelgericht serviert.

Worte, die Sigmar Beck gern hört. Der 68-jährige Elektroingenieur in Ruhestand ist seit 1991 selbst Dauercamper am See-Ende, kennt deshalb auch die Bedürfnisse der Gäste aus dem Effeff. Vorerst bis zum Jahresende bewirtschaftet der Osterburger laut Vertrag das rund 2,3 Hektar große Areal in Eigenverantwortung. "Die Stadt Lenzen will den Campingplatz eigentlich verkaufen, aber noch hat sich wohl kein Käufer gefunden", erklärt Beck, der sich ohne weiteres auch ein längeres Engagement auf dem Platz vorstellen kann. Die Saison sei aus seiner Sicht "sehr schleppend" losgegangen, bedingt auch durch das Elbhochwasser. Doch mittlerweile füllen sich die Stellplätze mit Caravans und Zelten. Derzeit absolviert auch das Freizeitzentrum Effi aus Perleberg sein jährliches Ferienlager auf dem beschaulich gelegenen Areal. Auch mehrere neue Dauercamper haben sich eingerichtet. Zudem gibt es weitere Anfragen. Platz für knapp 100 Stellplätze, plus Flächen für Tagesgäste und Urlauber, hätte Beck auf dem Gelände noch anzubieten.

Vom Service und der Fürsorge des Altmärkers war auch eine Familie aus Hamburg richtig angetan. "Die wollten eigentlich nur drei Tage hier bleiben, am Ende waren es zwei Wochen. Denen hat es hier so gut gefallen, dass sie im kommenden Jahr wiederkommen wollen", erzählt Sigmar Beck stolz. "Nach ihrer Rückreise haben die Hamburger mir einen Brief geschrieben und sich noch einmal recht herzlich bedankt. Da freut man sich doch", sieht er seinen Arbeitsaufwand bestätigt.

Auch wenn noch nicht alles ganz reibungslos abläuft, ist der derzeitige Campingplatz-Bewirtschafter zufrieden mit dem bisher Erreichten. "Ich hoffe, dass ich am Ende mit plus minus null aus der Nummer gehe, sehe die Sache aber positiv", sagt Beck, der sich auch auf die tatkräftige Unterstützung seiner Ehefrau Antje und einiger befreundeter Familien verlassen kann und auch die Dauergäste hinter sich wähnt. "Wir haben den neuen Spielplatz eingerichtet und alle haben spontan dafür gespendet." Den neuen Rasentraktor musste er aber aus eigener Tasche bezahlen …

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