Heidenspaß : Ein relaxtes Treiben

Diese Prignitzer Damen haben ihren Spaß im Fluss.
Diese Prignitzer Damen haben ihren Spaß im Fluss.

200 Treiber springen in die Elbe und setzten den Schlusspunkt nach drei Tagen Spektakel am Wasser

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06. Juli 2015, 21:00 Uhr

Lange vorbei die Zeit, als neun Verrückte in die Elbe stiegen, um von Hinzdorf nach Wittenberge zu treiben. Inzwischen gibt es so viele Verrückte, dass sie drei Reisebusse füllen, zwei Versorgungsboote benötigen, Rettungskräfte für den Notfall und im Hintergrund eine Logistik, die aus diversen Bundesländern Neoprenanzüge pünktlich nach Wittenberge schafft.

Das Elbetreiben war nach dem Drachenbootrennen der zweite Höhepunkt des Elbebadetages. Knapp 200 spaßhungrige Treiber eilten in Hinzdorf ins Wasser, um der Hitze zu entfliehen. Kämpften sie in Vorjahren gegen Wellenschlag und kühle Temperaturen, genossen sie das Treiben in diesem Jahr völlig entspannt.

Dass die Kopfbedeckung zur Pflichtbekleidung ausgerufen wurde, tat der Heiterkeit keinen Abbruch. Kommen die meisten doch sowieso mit Strohhut, Sonnenschirm oder kreativ gebastelten Kopfschmuck. Schwerer wog da schon das Alkoholverbot auf den Versorgungsbooten. Bei der Hitze war das mehr als verständlich und ganz ehrlich: Wer wollte Glühwein trinken?

Um so gefragter war Wasser, so dass Nachschub aus dem Hafen geholt werden musste. Klops, Banane, Gummibärchen, Weintrauben – ein Stopp am Boot lohnte immer. Manche waren aus Kiel gekommen, andere aus Berlin. Meistens sind es gebürtige Prignitzer, die in der Ferne vom Elbetreiben erzählen und die Neugier auf dieses Event wecken, welches es in der Form nirgends sonst in Deutschland geben soll.

Moderator Andreas Fester kennt sie fast alle, die im Nedwighafen die letzten Meter schwimmen. Es ist die einzige echte Herausforderung für die Treiber, nachdem der Fluss sie sechs Kilometer mit sich nahm. Da verwundert es nicht, wenn niemand ins Mikro klagt, wie anstrengend dies sei. Nein, das ist es wirklich nicht. Es bleibt ein Spaß und man sollte allenfalls ein wenig verrückt sein, um ihn genießen zu können.

Das Treiben war zugleich Schlusspunkt des 15. Elbebadetages. Einen Rekord gab es am Freitag mit rund 500 Kindern beim Schwimmcup und dem Juniordrachenbootrennen. Zum Rennen der Erwachsenen traten am Samstag 23 Teams an – weniger als in Vorjahren. Dafür gab es einen Hitzerekord.

Das spürten Aktive und Helfer. Die Steuerleute in den Booten waren stundenlang der prallen Sonne ausgesetzt. Rettungssanitäter und Notarzt Christian Berndt legten Fusionen, verordneten Schatten und mahnten: Trinke, trinken, trinken. „Die Helfer haben Großartiges geleistet. Namentlich danke ich Wehrführer Lars Wirwich, Steven Reppert, ihren Feuerwehrkameraden sowie den Notärzten Christian Berndt und Dr. Thomas Libuda“, sagt Lutz Lange, Geschäftsführer der veranstaltenden Bäder GmbH.

Der 16. Elbebadetag soll noch attraktiver werden. „Wir wollen allen Drachenbootteams eine Übernachtung vorschlagen. Einige schlafen bereits hier“, so Lange. Lagerfeuer und passende Livemusik könnten den Wettkampftag abrunden. Eine Badewannenregatta hingegen wird es nicht mehr geben. „Seit Jahren gab es wenig Resonanz, jetzt gar nur noch eine Badewanne“, begründet Lange. Wer sich Treiben und Rennen vormerken möchte, hier der Termin 2016: 8. bis 10. Juli.

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