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Interview mit dem Prignitzer : Ein Pionier der Gastlichkeit

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Bodo Rückschlag feierte am Mittwoch seinen 70. Geburtstag und sprach mit uns über die Prignitzer Szene und die Elblandfestspiele.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Schützen schossen Salut, Schlagersänger Michael Hansen bot ein Ständchen, Gäste aus Politik und Wirtschaft gratulierten. Gestern feierte Bodo Rückschlag seinen 70. Geburtstag. Er gehört zu den Pionieren der Prignitzer Gastlichkeit und zu den Gründungsvätern der Elblandfestspiele. Redakteur Hanno Taufenbach sprach mit dem Jubilar über die Prignitzer Szene und private Wünsche.

Glückwunsch, Herr Rückschlag. Haben Sie heute Zeit zum Feiern oder nehmen Sie sich die Zeit?

Bodo Rückschlag: Heute wird gefeiert und am Sonnabend noch einmal ganz in Familie.

Wie sieht denn der Terminkalender des 70-Jährigen aus. Ist darin viel Platz?

Etwas mehr als noch vor wenigen Jahren, aber Langeweile sieht anders aus. Ich bin noch immer Mitglied im Vorstand der Elblandfestspiele und des Tourismusverbandes, arbeite als ehrenamtlicher Richter am Landgericht in Neuruppin und bin zuständig für die Zertifizierung von Ferienwohnungen.

1998 wurden sie Prignitzer Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, ab 2000 Geschäftsstellenleiter. Wie haben Sie die Szene in Erinnerung?

Die Situation war ähnlich wie heute. Es gab einen Verband aber keine Zusammenarbeit auf lokaler Ebene, kein gemeinsames Marketing, keine gemeinsamen Veranstaltungen.

Und das wollten Sie ändern?

Ja, denn Zusammenarbeit macht stark. Ich gründete den Wirtestammtisch. Anfangs kamen fünf oder sechs Gastronomen, am Enden waren es bis zu 40. Knieper- und Spargelwochen, später die Wild- und Fischwochen gingen auf unsere Initiative zurück. Nach Potsdam waren wir der zweite Kreis im Land, der Betriebe mit der Brandenburger Gastlichkeit auszeichnete.

Wie können Gastronomen von so einer Zusammenarbeit profitieren?

Sie lernen sich kennen, sehen sich nicht zuerst als Mitbewerber. Dazu trugen auch unsere gemeinsamen Busreisen bei. Nach solchen geselligen Runden half man sich mit Personal oder Technik aus und das ist doch der richtige Weg.

Wie meinen Sie das, wenn Sie die heutige Situation mit Ihrer Anfangszeit 1988 vergleichen?

Aktuell gibt es auf kreislicher Ebene keine Aktivitäten der Dehoga. Die Kreisgeschäftsstelle ist verwaist, alles wird aus Potsdam geleitet und mehr möchte ich mich dazu nicht äußern.

Ihre zweite langjährige Leidenschaft sind die Elblandfestspiele. Was hat Sie damals überzeugt, von Beginn an Kraft und Zeit in diese Idee zu investieren?

Wir hatten und haben viele kulturelle Veranstaltungen, aber mit den Elblandfestspielen holen wir nationale und internationale Künstler in die Prignitz und wir haben das Fernsehen dabei. Das war und ist wichtig für Wittenberge, das war damals auch eine Chance, dem verwaisten Ölmühlgelände neues Leben einzuhauchen.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Gala?

Es gab Tiefschläge. Manche Künstler sagten ab, das Fernsehen muss immer wieder als Partner gewonnen werden, aber unterm Strich ist es eine Erfolgsgeschichte.

In zwei Jahren stehen die 20. Elblandfestspiele an. Angenommen Geld ist genug vorhanden, welche Künstler möchten Sie auf der Bühne sehen?

Ich würde mich sehr über Angelika Milster freuen.

Wie halten Sie sich fit?

Ich habe ein großes Grundstück, fahre gerne Rad.

Sie lieben Reisen. Wohin geht es in diesem Jahr?

Nach Irland und Holland.

Wenn Sie mit Ihrer Familie oder Freunden in ein Restaurant gehen. Worauf legen Sie wert?

Nicht auf Bioprodukte, aber auf Regionalität. Die ist mir wichtig.

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