DEMO : Ein Piepmatz bremst die A 14 aus

<p>Bei Karstädt wird der Verkehr auf der A 14 ab Dezember rollen.</p>

Bei Karstädt wird der Verkehr auf der A 14 ab Dezember rollen.

Sachsen-Anhalt will 2016 alle Planungen abschließen, Klagen sind dann möglich - Morgen Protestdemo beidseits der Elbe

von
11. September 2015, 20:00 Uhr

Morgen wollen Brummifahrer und die IHK beidseits der Elbe für einen zügigen Weiterbau der A 14 demonstrieren. Während von Karstädt aus in Richtung Norden ab Jahresende bzw. ab 2017 die Piste bis Wismar fertig sei wird, gibt es weiter südlich noch immer erhebliche Probleme. Allerdings haben zumindest die Planungen in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht, wie die Magdeburger Volksstimme schreibt. Eine Übersicht.

Colbitz-Dolle

2016 will Sachsen Anhalt die Planungen abschließen, Klagt niemand, läge Baurecht vor. Das jedoch ist unwahrscheinlich. Bis jetzt ist der BUND nahezu gegen jeden Bauabschnitt gerichtlich vorgegangen. Fertig und befahrbar ist bislang nur ein sechs Kilometer langes Teilstück bei Colbitz und selbst das meiden Kraftfahrer, denn Auf- und Anfahrt kosten mehr Zeit, als wenn sie gleich auf der B 189 bleiben würden.

Laut der einstigen Pläne wäre die A 14 bis Jahresende bis kurz vor Stendal fertig, doch der BUND gewann im Januar 2014 vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Die schwerste Waffe der Naturschützer war der Ziegenmelker. Sie befürchten, dass dieser kleine und lärmempfindliche Vogel vertrieben werden könnte. Autobahn und die entstehende Übungsstadt Schnöggersburg der Bundeswehr würden zu einer Lärmkonzentration führen. Das verkrafte der Piepmatz nicht. Die Richter monierten, dass die Straßenplaner dies nicht ausreichend berücksichtigt haben.

Es folgte eine Untersuchung deren Ergebnis verwundert: Es wurde im Bereich Dolle kein Ziegenmelker gefunden. Das sagt laut Volksstimme Jörg Przesang, oberster Straßenplaner. Erübrigt hätten sich nach der Untersuchung auch andere Schutzkonzepte für die Insektenarten Eremit, Heldboch und Nachtkerzenschwärmer. „Es fehl an Individuen“, begründet Jörg Przesang. Gibt es die Tierchen etwas gar nicht?

Der BUND wehrt sich, Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf sagt: „Unsere Experten haben bestätigt, dass dort Ziegenmelker leben.“ Er traue den Straßenplanern nicht. Anfang 2016 soll für den Abschnitt Dolle der Planbeschluss stehen. Dann beginnt die Klagefrist.

Dolle-Lüderitz

Der dann folgende Abschnitt bis nach Lüderitz wird bereits beklagt. Dort gibt es den Ziegenmelker tatsächlich, so Jörg Przesang. Deshalb soll eine 20 Hektar große Schutzfläche eingerichtet werden.. Der Fall liegt noch beim Bundesverwaltungsgericht.

Stendal-Landesgrenze

Die Planungen für dieses lange Teilstück sollen 2016 abgeschlossen sein. Die Pläne lagen bereits öffentlich aus. Hunderte Einwände habe es jedoch gegeben, einige Landwirte bangen um ihre Existenz, da sie Ackerflächen abgeben müssen.

Die Planer müssen entscheiden, ob und wo nachgebessert wird, es beispielsweise eine Lärmschutzwand geben wird. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss. Nach seiner Veröffentlichung beginnt eine einmonatige Klagefrist.

Elbbrücke

Für diese hat Brandenburg die Planungshoheit. Das Potsdamer Verkehrsministerium hat bis Jahresende den Planfeststellungsbeschluss angekündigt.

Wittenberge-Karstädt

Die Trassenführung beginnend an der B 195, an Bentwisch vorbei und weiter nach Karstädt ist noch immer nicht abschließend geklärt. Es gibt keine Aussage, bis wann der Abschnitt Baurecht erlangen wird.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen