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Verabschiedung Pfarrer : Ein Pfarrer für Generationen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Rudolf Klehmet geht nach 37 Jahren Tätigkeit in der Prignitz in den Ruhestand

von
erstellt am 27.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Insgesamt 37 Jahre war Pfarrer Rudolf Klehmet in der Prignitz tätig, hat ganze Generationen von Kindern getauft, sie aufwachsen sehen, verheiratet und auch deren Kinder wieder bei ihrer Taufe begleitet. Am 30. Juni geht nun die aktive Dienstzeit und damit auch das Kapitel Prignitz für den gebürtigen Vorpommern zu Ende. Anlass genug, ihn und seine Arbeit mit einem Verabschiedungsgottesdienst zu ehren. Und dass sein Wirken durchaus prägend war, zeigte die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche in Sargleben. Etwa 180 Sitzplätze waren vorbereitet, waren jedoch schnell belegt und so mussten einige Besucher sogar zwischen dem Chor und hinter dem Altar Platz nehmen.

Trotzdem ließ es sich Klehmet nicht nehmen, jeden Besucher persönlich mit einem Handschlag und einigen Worten zu begrüßen, bevor er an der Seite von Superintendent Oliver Günther das Gotteshaus betrat. Eben jener war es auch, der den gegangenen Weg noch einmal Revue passieren ließ: „Als sie am 6. Mai 1978 zum ersten Mal zusammen mit ihrer Frau als Vikare Prignitzer Ackerland betreten haben, soll der damalige Superintendent zu ihnen gesagt haben ,Kinder genießt das Leben, es wird noch ernst genug, geht mit den Kindern baden, auf dem Dorf wird es noch trist genug‘, dennoch sind sie hier nie weggegangen und haben in den Dörfern einiges bewegt.“

Vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es die Hauptaufgabe eines Pfarrers, die Schätze, die vorhanden sind, zu heben. „Und das haben sie gemacht“, so der Superintendent zu Klehmet gewandt.

Mit den Dorftheatern wurde 1993 eine verborgene Qualität aufgegriffen und etabliert und nach der politischen Wende eine Tischtennisgruppe mit aufgebaut. „Die sind auch etwas traurig, denn ich spiele immer noch in der ersten Mannschaft“, so der scheidende Pfarrer. Denn wie so viele seiner ehemaligen Gemeindemitglieder zieht es auch Rudolf Klehmet in die Ferne. Zusammen mit seiner Frau, die bereits vor über einem Jahr aus dem Dienst ausschied, geht es nach Berlin-Pankow, wo eine ihrer beiden Töchter lebt sowie mehrere Enkel. „Das erste Jahr werden wir etwas ruhiger angehen lassen, danach viel reisen und uns wohl auch wieder ehrenamtlich engagieren“, so der Pfarrer.

Die Prignitz verlässt er mit gemischten Gefühlen. „Ich gehe mit einem zufriedenen Gefühl. Ich habe immer das erreicht, was möglich war. Außerdem sind wir sehr verbunden mit den Leuten, kamen ja direkt nach dem Studium in Greifswald hierher und hätten damals nicht gedacht, dass wir das gesamte Berufsleben hier bleiben“, erzählt er. Dennoch gibt es auch einen Punkt, der ihm Sorgen bereitet: „Es ist schon traurig zu sehen, wie die Zahl der Gemeindemitglieder immer geringer wird.“

Und auch seine Nachfolge ist noch nicht geregelt. „Die Aussichten sind nicht so sehr rosig. Pfarrerin Angelika Hanack aus Berge wird meinen Bereich erst einmal mitbetreuen und wir hoffen weiterhin, dass wir jemanden geschickt bekommen“, so Klehmet. Doch auch dann wird ihn die Prignitz und seine ehemalige Gemeinde nicht loslassen: „Ich komme bestimmt immer mal wieder hierher zurück.“

 

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