Feuerwehr contra Kreisreform : Ein Orden hilft nicht weiter

Die Frauen aus Seddin wurden Kreismeister vor Kehrberg.
Die Frauen aus Seddin wurden Kreismeister vor Kehrberg.

Kreisbrandmeister Holger Rohde reagiert auf Leserkommentare und bekräftigt seine Kritik und Forderungen an die Landespolitik

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26. Juni 2017, 21:00 Uhr

In den Onlinekommentaren zu unserem gestrigen Artikel „Nur wenige Wehren treten an“ wurden politische Äußerungen des Kreisbrandmeisters Holger Rohde kritisiert. „Ich finde es auch sehr befremdlich, dass der Kreisbrandmeister ... den Kreisfeuerwehrausscheid für politische Statements benutzt. Das gehört nicht dahin!“, meinte beispielsweise Georg Abel auf unserer Facebookseite.

Annett Röhl sprach in Anbetracht der geringen Teilnahme von nur zwölf Teams von einem „Tiefpunkt“ des Kreisausscheides. Die Wehren hätten diesen Tag gerade mit Blick auf eine Kreisreform als Aushängeschild nutzen sollen, denn die Bestplatzierten treten im Landesfinale beim Löschangriff an. Außerdem wäre der Tag geeignet gewesen, das Ehrenamt zu würdigen. Das sei nicht nur Aufgabe des Landes, sondern auch der Kreise und Kommunen, schrieb Georg Abel.

Kreisbrandmeister Holger Rohde bekräftigte gestern seine politischen Statements, denn eine Kreisgebietsreform habe Auswirkungen, die jede einzelne Wehr spüren werde, ist er überzeugt. „Die Kommunen sind für den Brandschutz verantwortlich, der Kreis für den Katastrophenschutz. Aufgabe des Landes sollte es sein, diese teils ehrenamtlichen Aufgaben zu unterstützen, aber nicht zu erschweren“, sagte Rohde.

Schon jetzt sei die ehrenamtliche Arbeit nicht leicht: „Jede Wehr hat Wünsche, möchte uns zu bestimmten Anlässen persönlich sehen und sprechen“, so Rohde. In einem noch größeren Kreis werde das für die Wehrführung kaum noch möglich sein. Stattdessen den vierten Stellvertreter zu schicken, dürfte kaum im Sinne der Ortswehren sein.

Und auf einen Vorschlag aus Potsdam, künftig zwei Unterkreise zu bilden, reagiert Holger Rohde mit der Frage: „Warum bilden wir dann überhaupt erst einen Großkreis aus zwei Landkreisen?“

In Thüringen erhalten aktive Kameraden vom Land einen Zuschlag zu ihrer Altersrente. Genau dieses Modell fordert Rohde auch für Brandenburg. Stattdessen wolle das Land einen Orden für 80-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr herausgeben.

„Dieser hilft uns nicht weiter“, so Rohde. Er habe das Thüringer Modell überschlagen und komme jährlich auf etwa fünf Millionen Euro. Das sei eine überschaubare Größe. Allein die in der vergangenen Woche beschlossene Erhöhung der Besoldung für die Beamten im Land Brandenburg koste langfristig ein vielfaches an öffentlichem Geld.

Die Forderung und Erwartung an die lokale Ebene, die Arbeit in den Feuerwehren mehr zu würdigen, wolle der Kreisfeuerwehrverband gerne erfüllen. „Aber wer das fordert, muss auch klar sagen, was er vermisst und sich wünscht. Wir sind für Vorschläge offen.“

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