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Zukunftsaussichten getrübt : Ein Notruf wird zum Fest

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Dass eine Wehr ihren 112. Geburtstag mit einem dreitägigen Fest begeht, scheint ungewöhnlich, doch passt das zu den Cumlosenern und ihrer Geschichte.

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erstellt am 25.Mai.2015 | 22:00 Uhr

Dass eine Wehr ihren 112. Geburtstag mit einem dreitägigen Fest begeht, scheint ungewöhnlich, doch passt das zu den Cumlosenern und ihrer Geschichte. „Vor zwei Jahren wollte die Feuerwehr Wentdorf ihr 100. Bestehen feiern und wir haben unser Fest dann verschoben. Ein Kamerad kam auf die Idee mit der Notrufnummer und dem somit passenden Ereignis“, erklärt Ortswehrführer Gordon Fähling.

Und dass die Blauröcke nicht nur in Notzeiten immer da waren, wurde schon während der Rede zum Festgottesdienst unter freiem Himmel deutlich: „Eine Gemeinschaft beruht nicht allein auf den Einwohnerzahlen, sondern auf denen, die sich engagieren. Und das dieses Leben in Cumlosen vorhanden ist, beweist die Wehr“, so der Ortswehrführer, der sich jedoch während seiner Worte mehrere Spitzen bezüglich der technischen Ausstattung nicht verkneifen konnte.

„Die Löschfahrzeuge einer Wehr, so sollte man meinen, müssten immer jünger werden, in Cumlosen ist das nicht der Fall“ – stammt das Fahrzeug aus dem Jahr 1983. Vor allem vor dem Hintergrund der ständig wachsenden Anforderungen dient die Ausrüstung und Ausstattung der Sicherheit der Menschen, so Fähling. Denn auch wenn Amtswehrführer Steffen Bethke anführte, dass Cumlosen eine Stützpunktwehr sei „und immer da, wenn sie gerufen wird“, ist sich Fähling sicher, dass trotz aller Netzwerke und positiven Entwicklungen Veränderungen in naher Zukunft nötig seien. „Vieles ist einfach nicht mehr finanzierbar“, fasst er zusammen.

Doch sollte es an diesen drei Tagen weniger um die Zukunft, als vielmehr um das bisher erreichte gehen. Einer, der viel davon berichten kann, ist Siegfried Brugger. Seit 57 Jahren Mitglied der Wehr und zwischen 1977 und 1990 selbst Wehrführer, hat er einige große Einsätze erlebt. „Ich erinnere mich an einen großen Brand 1975. Es gab einen Gewitterschlag, der Strom war weg und der Stall hat lichterloh gebrannt. Wir haben dann das Martinshorn am Fahrzeug angeschaltet, um die Kameraden zusammenzurufen“, erzählt er.

Und auch wenn er längst nicht mehr selbst aktiv ist, waren die Feierlichkeiten ganz nach seinem Geschmack.

So konnten die neun Mannschaften der Feuerwehren in einem Orientierungsmarsch rund um Cumlosen u.a. ihr Naturkundewissen und ihre Geschicklichkeit untereinander messen, bevor Vorführungen, Ausstellungen und der Feuerwehrball den Samstag ausklingen ließen.

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