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Der Prignitzer

19. November 2017 | 13:36 Uhr

Ein neues Heim fürs Storchenpaar

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2012 | 05:47 Uhr

Rühstädt | Der erste Prignitzer Storch des Jahres wurde am Donnerstag in Müggendorf gesichtet. Auch in Rühstädt könnte es jetzt jeden Tag soweit sein, dass Adebar Anflug auf das berühmte Storchendorf nimmt. Höchste Zeit also für den Storchenclub Rühstädt, die Nester für die Brutsaison fit zu machen. Am Sonnabend ist es dann soweit: Jörg Dummer rückt mit der Arbeitsbühne der Oranienburger Firma AVS Dummer GmbH in Rühstädt an, wo Uwe Weltin und Peter Stöhr vom Storchenclub ihn schon erwarten. Die erste Tagesaufgabe der Männer: Nest Nr. 7 muss ersetzt werden.

Auf dem Hof von Alesius und Anna-Luise Warnke ist bei einem Sturm im vergangenen Herbst das Nest vom Stallgebäude gefallen, ist nicht mehr zu gebrauchen. Immerhin: 19 Jahre hat es standgehalten. Jetzt muss ein neues Heim für das dort angestammte Storchenpaar auf den Giebel gesetzt werden. Statt der wie üblich verwendeten Dachscheren als festen Nestuntergrund wünscht sich Alesius Warnke so genannte Buschvasen, wie sie früher verwendet wurden. "Das ist stabiler", erklärt er. Uwe Weltin ist sich da nicht so sicher, kommt aber seinem Wunsch nach.

Die fertigen Bauteile haben die Männer von der Storchennest-Putzkolonne gleich mitgebracht. Jörg Dummer und Uwe Weltin steigen auf die Hebebühne und fahren mit dem Nestneubau hinauf. Oben angekommen, bringen sie erst die Buschvasen, ein Geflecht aus biegsamen Birken- und Weidenhölzern, an beiden Seiten des Giebels an, darauf kommen Reisigkränze, die den Nestrand bilden. Fixiert wird das Ganze mit Draht. In die Mitte werden Grasnaben gelegt. "Die machen die Konstruktion ein wenig bequemer und weicher für die Vögel und sorgen außerdem dafür, dass das Nest stabil bleibt und nicht wegfliegt", erklärt Peter Stöhr, der erst seit zwei Jahren dem Storchenclub angehört. "Um den Rest kümmern sich die Störche selbst".

Als das Nest endlich fest auf dem Dach sitzt, geht die Putzaktion weiter: Nester müssen gesäubert werden, denn Adebar hinterlässt nach jeder Brutsaison jede Menge Dreck: "Man glaubt gar nicht, was die Störche so alles anschleppen und in den Nestern hinterlassen. Zum Beispiel haben wir schon einen Deckel von einer Zuckerdose oder Gummibadelatschen rausgeholt. Sehr oft finden wir auch Bindegarn, das vor allem für Jungstörche gefährlich werden kann, wenn es sich um deren Beine wickelt." Ein weiteres Nest muss abgetragen werden: "Manche Störche bauen ihre Heime mit der Zeit immer höher. Dann werden sie instabil und wir müssen Teile herunternehmen", erläutert Uwe Weltin diese Aufgabe.

Alle 34 Rühstädter Nester zu säubern, ist für die Männer nicht machbar, zum einen, weil die Zeit fehlt, zum anderen seien manche Nester so weit oben, dass selbst die Arbeitsbühne nicht herankommen kann. "Priorität haben Nester, in denen Störche verendet sind. Die müssen wir räumen", so Weltin. Den ganzen Samstag über sind die Männer mit dem Frühjahrsputz beschäftigt. Jetzt ist alles vorbereitet - die Störche können kommen.

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