zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. September 2017 | 20:05 Uhr

Ein Kessel Buntes des DDR-Fernsehens

vom

svz.de von
erstellt am 21.Nov.2011 | 05:52 Uhr

Pritzwalk | Als der Deutsche Fernsehfunk der DDR am 31. Dezember 1991 seine Übertragung endgültig einstellt, verschwindet für tausende Mitarbeiter und Millionen Zuschauer ein Teil ihres Alltags. Zwar verblasst die Erinnerung an das DDR-Fernsehen, seine Shows und seine Stars in den folgenden Jahren mehr und mehr, einige ehemalige Mitarbeiter jedoch - darunter Programmdirektoren, Regisseure, Cutter, Beleuchter, Techniker, Moderatoren und Redakteure - halten sie in ehrenamtlicher Vereinsarbeit wach. Als 2002 an das 50-jährige Bestehen des Fernsehens in Deutschland erinnert wird, beschließen sie, mittlerweile als Fachgruppe DFF-Adlershof im Förderverein Sender Königs-Wusterhausen aktiv, auch die Geschichte des Deutschen Fernsehfunks in einer Ausstellung aufzuarbeiten.

Was vor neun Jahren mit 20 Schautafeln beginnt, ist seit Samstag im Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk zu bestaunen. Inzwischen auf 120 Schautafeln mit Bildern und Texten zu den bekanntesten Shows des DDR-Fernsehens angewachsen und um mehr als 100 Originalrequisiten und Kostüme aus dem Privatbesitz der Initiatoren ergänzt, gibt die Ausstellung unter dem Titel "Es gab nicht nur den Schwarzen Kanal - Streiflichter aus 39 Adlershofer Fernsehjahren" hoch interessante Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des DDR-Fernsehens.

So finden sich natürlich Stars wie Helga Hahnemann, Vera Oelschlegel oder Dagmar Frederic wieder, geben zahlreiche Fotografien Eindrücke von Shows wie Außenseiter - Spitzenreiter, ein Kessel Buntes, dem Schlagerstudio, der Kinder-Sportshow Mach mit, machs nach, machs besser und Live-Übertragungen, beispielsweise von den Auto- und Motorradrennen auf dem Schleizer Dreieck. Die Jahre überdauert haben auch das Häftlingskostüm des Kindes aus der Bruno Apitz-Verfilmung "Nackt unter Wölfen" und die Pittiplatsch-Puppen, außerdem veranschaulichen maßstabsgetreue Modelle von Szenenbildern für Fernsehspiele und von der Studiotechnik in Adlershof die handwerkliche und technische Seite der Fernseharbeit beim DFF.

"Das sich das einmal so entwickeln würde, daran hätte sicherlich keiner von uns geglaubt", sagt Horst Renz, ehemaliger Unterhaltungschef im Studio Adlershof. "Bis heute haben wir an 19 Orten mehr als 35 000 Besucher mit der Ausstellung erreicht, und die Resonanz war durchweg positiv." Der DFF sei millionenfach erlebte Geschichte, und wenn heute noch Wiederholungen seiner Sendungen auf den dritten Programmen laufen, rund 150 Produktionen auf DVD vertrieben werden und sich Kinder nach wie vor an Pittiplatsch und Sandmännchen erfreuten, könne das Programm nicht so schlecht gewesen sein. "Und das hat mit Ostalgie nichts zu tun", betont Renz.

Zur Ausstellungseröffnung bringt die Arbeitsgruppe DFF Adlershof, der zahlreiche bekannte Gesichter des DDR-Fernsehens angehören, noch einmal eine Reminiszenz an die Vielfalt des DFF auf die Bühne. Entertainer Lutz Jahoda singt von Rosamunde, Moderator Lutz Hoff stellt bei "Schätzen Sie mal" kuriose Fragen zu den Stacheln des Igels oder dem durchschnittlichen Durchmesser des Eherings und erinnert damit an die am längsten ausgestrahlte Quizshow im Deutschen Fernsehen überhaupt und Ex-Unterhaltungschef Horst Renz führt mit vielen Anekdoten aus 39 Jahren DDR-Fernsehgeschichte durch das Programm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen