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Der Prignitzer

21. September 2017 | 14:20 Uhr

"Ein harter Punkt der Konfrontation"

vom

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2011 | 08:39 Uhr

Potsdam/Prignitz | Tausende Lehrer, Polizisten und Verwaltungsangestellte sind gestern in Potsdam für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld auf die Straße gegangen. Zu dem Protestmarsch hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen. Die nächste Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist heute. Die Veranstalter zählten 12 000 Teilnehmer bei der Demo. Lehrer hatten nach der vierten Stunde vielfach den Unterricht beendet und sich zu Personalversammlungen getroffen. Danach fuhren viele zur Demonstration nach Potsdam.

Der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte auf der Kundgebung am Luisenplatz, dass man nach drei Verhandlungstagen mit den Arbeitgeber immer noch sehr weit auseinander liege. Die Arbeitgeberseite habe vor kurzem erklärt, dass sie kein Angebot mache, bevor die Gewerkschaftsseite von sich aus nicht ihre Forderungen reduziere. "Das ist ein ganz harter Punkt der Konfrontation", betonte Bsirske, weil gar nicht klar sei, ob dann Bewegung in die Verhandlungen komme.

Auch Brandenburgs Landesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, Gerhard Stuchlick, rügte die Blockadehaltung der Tarifgemeinschaft und forderte für den Beginn der dritten Verhandlungsrunde ein tragfähiges Angebot der Arbeitgeberseite.

Die Gewerkschaften verlangen für die rund 600 000 Angestellten der Bundesländer 50 Euro mehr und auf den so erhöhten Sockelbetrag eine zusätzliche dreiprozentige Gehaltserhöhung. Die Arbeitgeber lehnen dies ab. Sie haben vor der heutigen Verhandlungsrunde an in Potsdam bisher noch kein Angebot vorgelegt.

An der gestrigen Demonstration nahmen neben Prignitzer Lehrern auch rund 30 Polizisten aus dem Landkreis teil. "Die bevorstehende Polizeireform bringt Stellenabbau und Wachenschließungen. Dagegen wehren wir uns", sagte Frank-André Radloff, stellvertretender Kreisvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Daneben fordern die Polizisten wie die Lehrer mehr Geld. "Vor zwei Jahren wurden nur die Gehälter der Beschäftigten um 1,4 Prozent angehoben, für die Beamten gab es eine Nullrunde", so Radloff. Die GdP fordere neben der Lohnerhöhung eine Angleichung der Gehälter und Bezüge.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert von der Landesregierung mehr Wertschätzung für die pädagogische Tätigkeit der Brandenburger Lehrer. Die Pädagogen erwarteten in der laufenden Tarifrunde höhere Einkommen und eine bessere Beamtenbesoldung, erklärte der GEW-Vorsitzende Günther Fuchs gestern in Potsdam. Außerdem sollten eine tarifliche Entgeltordnung zur Eingruppierung der Lehrkräfte sowie gleicher Lohn für gleiche Arbeit erreicht werden. Weihnachtsgeld müsse auch für die Beamten gezahlt werden, betonte Fuchs.

Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) rechnet mit einer Tarifeinigung, die beide Seiten zufriedenstellen werde. Die Tariferhöhungen würden trotz aller Sparbemühungen nicht zulasten ihres Haushaltes gehen, sagte die Ministerin gestern im Inforadio des rbb.

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