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VuuV 2014: Gelungene Rückkehr : Ein Festival aus Licht, Farben und Bässen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wiedergeboren um weiterzuleben: Eine der ältesten deutschen Goa-Partys schwört auf alte Werte und entfesselte tausende Besucher aus aller Welt

von
erstellt am 10.Aug.2014 | 21:00 Uhr

„Was hat sich verändert bei der VuuV?“, fragt Rho van Passel. Der Softwareentwickler aus den Niederlanden kommt seit 2009 regelmäßig nach Putlitz, ist ein echter Fan dieses Festivals, wie er bekennt, und froh, dass die Pause nur ein Jahr währte. Eine Pause, in der am Konzept gefeilt wurde, man sich zudem im Management neu aufstellte. Dass für Rho van Passel die Veränderungen nur marginal spürbar sind, können sich die Veranstalter sicherlich als Pluspunkt anrechnen. Denn sie möchten keinesfalls alles umkrempeln und die Goa-Party völlig neu erfinden, wie Isik Yebiyar im Gespräch mit dem „Prignitzer“ vorgestern am Rande des Mega-Events deutlich machte. Gemeinsam mit Marcus Gottschalk hat er den Hut für die VuuV auf. Das alte VuuV-Feeling möchten sie wiederbeleben, mit Musik, gemacht von internationalen DJs, die an treibenden Rhythmen und starken Bässen nichts entbehrt, sich dennoch von hämmernden Techno-Beats stark unterscheidet. Das scheint auf jeden Fall gelungen zu sein, wenn man auch die Resümees von Besuchern des Festivals zusammenfasst. Mehr Licht, mehr Lasershow, kunst- und fantasievolle Deko – auch das gelang.

Dass nicht gleich alles rund läuft, wenn neue Veranstalter zu Werke gehen, wissen „alte Hasen“, wie Peter Jonel, Ordnungsamtsleiter im Amt Putlitz-Berge. „Wir reden aber miteinander. Kommunikation ist überhaupt das A und O“, meint nicht nur er, sondern auch der Lärmschutzbeauftragte Oliver Roggow aus Köln. Im Umfeld waren an markanten Positionen drei Messstellen eingerichtet. Tagsüber durften 70 Dezibel, nachts 55 Dezibel nicht überschritten werden. Dass die Werte eingehalten werden, ist nicht nur für das Umland und die VuuV-Besucher von Bedeutung, sondern ebenso für die zahlreichen Akteure des Festivals und für das Soundkonzept insgesamt. Denn die drei Dancefloors – Full Moon Temple, Pandora und Dreamscape – dürfen sich hinsichtlich der Lautstärke nicht gegenseitig ins Gehege kommen, die Mitarbeiter, die von Donnerstag bis zum heutigen Montag auf dem Gelände unterwegs sind, keinen Schaden nehmen. Die Bässe, so Peter Jonel, „gehen natürlich durch“. Das wissen nicht nur die Putlitzer, sondern fast alle Menschen, die im Umkreis von gut 15 Kilometern wohnen.

Dem Festival sind sie dennoch wohl gesonnen – zumindest die meisten. Beschwerden, so Jonel, hielten sich absolut in Grenzen. Die Tausenden aus aller Herren Länder, sehr viele natürlich auch aus Deutschland, sind willkommen, werden in Putlitz und Umgebung längst als starker Wirtschaftsfaktor geschätzt. Denn auch das sind Events dieser Größenordnung.

Die neuen Veranstalter, die DJ Scotty alias Peter Weigert ablösen, der die VuuV in Putlitz etablierte, sind sich dessen bewusst, haben aber selbst auch künstlerische und inhaltliche Ansprüche an das riesige Dance-Fest. Nicht umsonst erhielt die VuuV 2014 den Zusatz „Rebirth“. Die Wiedergeburt der Goa-Party, so wie sie einst war, ist ihr Ziel. Nicht nur groß soll sie sein und vielleicht sogar einmal wieder an alte Besucherzahlen heran kommen. „Wir sind ein kulturelles Festival, und das wollen wir auch bleiben“, sagt Isik Yebiyar. Generationenübergreifend, friedlich, bunt, multikulturell – das seien Attribute, auf die die Macher Wert legen, mit denen man die VuuV kurz könne, so der Manager. Es sei eine Kultur, die nicht aus Putlitz weggehe dürfe, ist Yebiyar überzeugt. Dennoch ist die VuuV, im deutschen und europäischen Maßstab betrachtet, ein Festival von vielen, muss sich also behaupten. Auch die neuen Veranstalter müssen rechnen, es wird eine Auswertung geben und nach dieser dann für 2015 entschieden, sagen Peter Jonel und Isik Yebiyar. Jonel bezeichnet die Zusammenarbeit übrigens als absolut seriös. Die Veranstalter seien allen Auflagen und finanziellen Verpflichtungen problemlos nachgekommen. Zugleich räumt er ein, dass er selbst ein großer Musikfreund sei, spartenübergreifend. Ohne dieses beinahe grenzenlose Verständnis, das in Putlitz und Umgebung offenbar etwas weiter verbreitet scheint, als anderswo, sei die Durchführung des Spektakels hier indes kaum vorstellbar.

Gut, dass es so ist. Denn die Besucher, die der „Prignitzer“ auf dem Gelände befragte, waren fast ausnahmslos beseelt von der Musik und der Stimmung. Jan, Marcel und Dennis, drei Jungs aus Waren/Müritz, konstatierten als VuuV-Neulinge: „Hammergeil! Und die Eröffnung am Freitagabend: ein Traum!“

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