Guinnes-Rekord : Ein duftender Weltrekord

Frank Wenzel röstet Sorten für den Guinness-Rekordversuch mit der größten Kaffeeverkostung am Elbebadetag

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28. Juni 2016, 04:45 Uhr

Frank Wenzel schwärmt vom Duft und Bouquet. Er spricht von Körpergefühl, Süße und Reinheit. In seinen Händen hält er ein Tässchen. Es geht um Kaffee, nicht um Rotwein. Der Wittenberger betreibt eine Rösterei und wenn alles nach Plan läuft, schafft die Stadt Wittenberge mit seinen Kaffeesorten einen Guinness-Rekord. Zumindest wird Wenzel die Kaffeetafel für die weltweit größte Verkostung ausstatten. Doch der Reihe nach.

Mit zwölf schlürfte er heimlich seinen ersten Kaffee. Das war noch in der DDR und hatte mit Kaffee nicht viel zu tun. Später kaufte er im Supermarkt die unterschiedlichsten Marken. Geschmacklich stellte er in dem Einheitsbrei kaum Unterschiede fest. „Es muss noch etwas anderes geben“, sagte sich Frank Wenzel und erwarb vor zehn Jahren für den Hausgebrauch eine kleine Röstmaschine.

Heute röstet er ganz andere Mengen, hat in seinem Geschäft Elbland-Genuss in der Bahnstraße acht reine Sorten und vier Mischungen im Angebot. Den Schritt vom Redakteur beim Magazin „Elbländer“ zum selbstständigen Kaffeeröster hat er nicht bereut. „Das ist zwar ein Stilbruch, aber Kaffee hat mich einfach viel mehr und viel länger schon fasziniert.“

„Wittenberger Stadtverführung“ oder „Hafenkaffee“ heißen seine Sorten. Die Bohnen dafür stammen aus aller Welt. Die äthiopischen haben eine fruchtige Note, die südamerikanischen sind schokoladig mit einem Hauch Nougat. „Und dazwischen gibt es noch viel mehr“, sagt Wenzel. All diese Aromen versucht er beim Rösten heraus zu kitzeln. „Die Industrie röstet zwei Minuten bei 800 Grad, ich bis zu 20 Minuten bei maximal 200 Grad. Das macht den Unterschied.“

In Wittenberge habe er seine Stammkundschaft, der Online-Handel nehme zu. Im September werde er an die Ecke zur Wilhelmstraße umziehen, ein Café eröffnen und die Rösterei vergrößern. Seine jetzige Maschine schafft fünf Kilo, die neue 15.

Doch erst einmal wird er für den Guinness-Rekordversuch rösten und literweise Kaffee kochen. Fruchtigen Kaffee aus Äthiopien und einen sehr milden aus Brasilien will er anbieten, eventuell eine dritte Sorte aus Sumatra. Die Teilnehmer können alle Sorten verkosten. Die Idee zu diesem Rekordversuch hatte die Freizeit Park Wittenberge GmbH, die den Elbebadetag ausrichtet.

Die Verkostung beginnt am Sonntag, 10. Juli, um 15.30 Uhr. Dann treffen die Elbtreiber im Nedwighafen ein. Sie eröffnen die Tafel noch im Wasser, an Land soll sie fortgeführt werden. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann hat die Schirmherrschaft übernommen und ruft alle Einwohner auf, sich daran mit gleicher Begeisterung zu beteiligen, wie im Vorjahr an der „Promenade mit Genuss“ anlässlich der Einweihung der Elbuferpromenade. Tische und Stühle bitte mitbringen. Das Geschirr ist vorhanden. Der Rekordversuch ist beim Guinness-Verlag angemeldet und offiziell registriert.

Frank Wenzel ist optimistisch, was den Rekord betrifft und will seine Kunden auffordern, daran teilzunehmen. Dass sein Kaffee lecker ist, hat die Jury der Deutschen Röstergilde bestätigt. Beim diesjährigen Verkostungswettbewerb gewann er jeweils Silber in der Kategorie Espresso und Filterkaffee.

In der Heimat des Kaffees war Frank Wenzel noch nicht, hat es aber vor. Ein lohnenswertes Ziel wäre Jamaika. Von dort kommt der Blue Mountain Coffee – eine der weltweit teuersten Sorten, „die wirklich etwas Besonderes ist“.  

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