Brandserie in Grube : Ein Dorf lebt in Angst

Völlig zerstört: Das Auto von Benjamin Dietrich (r.) und Christin Schmeck ist komplett ausgebrannt. Das Seitengebäude, in dem René Schmeck (l.) viele Geräte untergebracht hatte, ist einsturzgefährdet.
Völlig zerstört: Das Auto von Benjamin Dietrich (r.) und Christin Schmeck ist komplett ausgebrannt. Das Seitengebäude, in dem René Schmeck (l.) viele Geräte untergebracht hatte, ist einsturzgefährdet.

Drei Brandanschläge binnen weniger Wochen beunruhigen die Menschen in Grube / Polizei gründet Ermittlungsgruppe

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15. August 2016, 21:00 Uhr

Es riecht noch sehr stark nach Qualm auf dem Grundstück von Familie Schmeck/Dietrich in Grube. Je näher man dem abgebrannten Seitengebäude kommt, desto intensiver wird der Geruch. Vor drei Tagen hatte ein Unbekannter das Seitengebäude abgefackelt (wir berichteten). „Laut Kripo wurde eine Seitenscheibe des Autos eingeschlagen und es dann in Brand gesetzt. Dann griffen die Flammen auf den Carport über“, berichtet René Schmeck. Kopfschüttelnd steht der 40-Jährige vor dem Blechhaufen, der nach dem Brandanschlag von dem Kombi übrig geblieben ist. Ein Kleinwagen steht noch in dem völlig zerstörten Seitengebäude. „Es ist einsturzgefährdet, weil auch die Balken beschädigt sind.“ Er schätzt den Gesamtschaden auf 25 000 Euro.

Der zerstörte Kombi gehört Benjamin Dietrich. Der 28-Jährige wohnt mit seiner Freundin Christin Schmeck (26) auf demselben Grundstück wie René Schmeck. Alle Drei sind beunruhigt, wie es weitergeht. „Die nervliche Belastung ist groß“, sagt Christin Schmeck, die schwanger ist. Auch in der Nachbarschaft ist das Unbehagen zu spüren. „Ich kann nachts nicht mehr richtig schlafen. Man achtet auf jedes Geräusch“, sagt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Ähnlich geht es Elfi und Oliver Kübeck. „Generell ist die Lage sehr angespannt. Jeder hat Angst, dass er der Nächste ist“, schildert Elfie Kübeck ihre Gefühlslage. Ihr Sohn Oliver ist bei der Feuerwehr in Grube und war auch bei dem Einsatz auf dem Grundstück von Familie Schmeck/Dietrich über 13 Stunden dabei. „Ich habe das Gefühl, dass die Hemmschwelle des Täters sinkt. Er nimmt in Kauf, dass Menschen verletzt werden.“

Warum man den oder die Täter nicht ermitteln kann, fragt sich Hans Jürgen Stropp. „Gibt es denn keine Spuren? Ich wundere mich, dass man nichts herausbekommt.“ Der 53-Jährige hat Angst um sein Haus. „Und mittlerweile geht es ja auch um Menschenleben.“

Das ist auch für Ortswehrführer Daniel Helmchen „eine neue Dimension. Wir sind alle besorgt, wie es weitergeht. Ich habe die große Sorge, dass irgendwann mal jemand ernsthaft verletzt wird. In regelmäßigem Abstand häufen sich die Fälle“, so Helmchen. Er spricht von „drastisch vielen Einsätzen“ in den vergangenen Jahren, bei denen Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann und die bis heute ungeklärt sind. Die Ortswehr könne ihre Taktik nicht ändern, eine personelle Aufstockung am Tag sei nicht möglich.

„Wir sind Ehrenamtler, viele arbeiten auswärts. Insgesamt sind wir in der guten Lage, am Tag vier bis sechs Kameraden zur Verfügung zu haben.“ Wenn klar sei, dass die Gruber nicht allein einen Brand löschen können, würden weitere Wehren aus der Umgebung nachalarmiert.

Die Polizei hat wegen der Häufung der Brandanschläge eine Ermittlungsgruppe gegründet. „Konkrete Hinweise auf einen Täter gibt es aber noch nicht“, sagte gestern Stefan Rannefeld, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Wer Hinweise habe, könne sich an jede Polizeidienststelle wenden.

„Im Moment wird jeder Fall für sich behandelt. Klar ist, dass es sich bei jedem Vorfall um Brandstiftung handelt“, so Rannefeld. Das Problem sei, dass bei einem Feuer auch die meisten Spuren verloren gingen. Das erschwere die Ermittlungsarbeit.  

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