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Ein Deich schützt den Veritaspark dauerhaft

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erstellt am 15.Aug.2013 | 05:02 Uhr

Wittenberge | Es war eine Hauruck-Aktion, ein verzweifelter Versuch, das Veritas-Gelände vor dem Hochwasser im Juni zu retten. Das Experiment glückte, und der Notdeich wurde seitdem zu einer echten Hochwasserschutzanlage ausgebaut. Im Beisein unserer Zeitung erfolgte gestern die Bauabnahme.

Bei einem Pegelstand um die acht Meter wäre das weitläufige Gelände des Veritas-Parks überflutet worden, wäre die ganze Stadt bedroht gewesen. "Ja, das stimmt. Das Wasser wäre von hier in die Stadt hinein gelaufen", sagt Bauleiter Ingolf Marx vom Landesumweltamt. Das war allen Beteiligten klar, als die Prognosen 8,25 Meter und mehr voraussagten.

Der kreisliche Krisenstab entschied auf Anraten des Landesumweltamtes, einen Notdeich zwischen der Stepenitzbrücke in der Bad Wilsnacker Straße sowie der neuen Stepenitzbrücke zu errichten und beauftragte damit die Baufirma Thomas Dobberstein.

Am 6. Juni mittags nahm Dobberstein den Auftrag entgegen, am 9. Juni stand der Deich. Sprichwörtlich in letzter Minute, wie Ralf von Hagen als Verwalter des Geländes bestätigt. Rund 4500 Tonnen Kies mussten herangefahren werden. "Wir hatten nicht genügend Autos, es gab keine. Alle waren bereits im Einsatz", schildert Thomas Dobberstein die größte Herausforderung für ihn. Doch letztlich schaffte er es, acht Fahrzeuge einzusetzen. Pro Ladung transportierten sie etwa 26 Tonnen.

"Dobberstein hat gute Arbeit geleistet", sagt Ingolf Marx. Im jetzigen Zustand könne der Deich zehn Jahre halten, sichert das Gelände bis zu einem Pegel von rund acht Metern. Davon profitiert nicht nur die gesamte Stadt, sondern vor allem die etwa 40 Firmen mit ihren rund 400 Mitarbeitern im Veritaspark.

Auch Ralf von Hagen lobt die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Schon während des Hochwasser habe das funktioniert. "Es ist ein gutes Gefühl zu spüren, dass es läuft", sagt er. Das habe in die Krisensituation Ruhe hinein gebracht. Zweimal drohte die Lage zu eskalieren.

Durch Schächte und Leitungen floss zu viel Wasser aufs Gelände. Nur zwei Spezialpumpen konnten das Schlimmste verhindern, so von Hagen. Sie allein pumpten pro Minute 10 000 Liter aus den Kellerräumen, zusammen mit anderen Pumpen waren es zeitweilig bis zu 20 000 Liter. Drei Kilometer Schlauch waren auf dem Gelände verlegt worden.

"Aber alles ging gut", sagt Ralf von Hagen, der Dank des Deiches entspannt in die Zukunft blickt.

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