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Der Prignitzer

21. November 2017 | 03:53 Uhr

Pilgerfest : Ein charmantes Pilgerfest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Veranstalter freuen sich über tatkräftige Unterstützung aus den Reihen der Jugendlichen

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 08:00 Uhr

120 Kilometer sind sie nach Santiago de Compostela gepilgert. Das war vor wenigen Wochen. Am Sonnabend legten sie die zehn Kilometer von der Plattenburg bis nach Bad Wilsnack zurück. „Und wenn wir ehrlich sein sollen: Hier ist es schöner“, sagen Gabriele und Martin Ziegenbein.

Für die Berliner ist es der zweite Besuch auf dem Wilsnacker Pilgerfest. „Es ist so liebevoll gemacht, ein wunderschöner Ort. Hier fühlen wir uns empfangen und willkommen.“ Pilgern sei immer wieder eine tolle Erfahrung. „Man merkt, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht, wie unwichtig der Überfluss im Alltag ist“, sagt Martin Ziegenbein.

Mit ihnen kamen rund 60 Pilger nach Wilsnack. Zusammen mit den weiteren Gästen erlebten sie am Sonnabend einen abwechslungsreichen Tag. Zum Beispiel kann sich jeder sein eigenes Pilgerzeichen aus Zinn gießen. Günther Stoffers hatte dafür die entsprechenden Formen vorbereitet, Zinn mitgebracht.

„Wenn Kinder mögen, können sie sich andere Formen modellieren, diese ebenfalls gießen“, sagt Stoffers, der erstmals dieses Angebot unterbreitet. Der Verein sei an ihn herangetreten und als früherer Mitarbeiter in der Wittenberger Betriebsakademie für Schweißtechnik sei ihm das Verfahren geläufig, verrät er.

Jenni Schmidt hat es ausprobiert und hält jetzt ihr Wilsnacker Pilgerzeichen in den Händen. Die neunjährige ist zusammen mit ihren Eltern Sylvia und Michael zum Fest gekommen. Die Berliner Familie verbringt einige Urlaubstage in Legde. Ihnen gefällt es in der Prignitz.

„Hier ist ruhig, wir lesen, spielen und Jenny nutzt die Angebote eines Reiterhofes. Ostern waren wir schon einmal für eine Woche hier“, sagt Sylvia Schmidt. Das Pilgerfest simuliere ein echtes Mittelalter. „Das finden wir toll, in Berlin sind es meist kommerzielle Veranstaltungen, die nur den Namen Mittelalter tragen“, sagt Michael Schmidt, der sich ebenfalls für den Pollo interessiert.

Das Pilgerfest ist eine Aktion, an der ganz viele Helfer mitwirken. Mitorganisatorin Heike Rosenau spricht von fast 80 Mitwirkenden. „Da zähle ich die Kuchenbäcker noch gar mit“, sagt sie. Allein beim Aufbau der Hütten und der Bühne halfen 30 Jungen und Männer. Die jüngsten sind noch Teenager, der älteste war über 80 Jahre. „Jugendliche sind meist so schwer zu begeistern, aber für unser Fest können wir auf sie zählen“, freut sich Heike Rosenau.

Zu ihnen gehören Carl und Georg Reißhaus. „Seit vier Jahren backen wir die Waffeln auf dem Fest, haben Teig für 80 Portionen gemacht“, sagt der 15-jährige Georg. Schon früh zeichnet sich ab, dass das nicht reichen wird. „Kein Problem, dann mache ich neuen.“

Jochen Purps vom Vorstand des veranstaltenden Fördervereins der Wunderblutkirche blickt skeptisch zum Himmel. Mehrfach regnet es. „Vor fünf Jahren kauften wir Regenfolien, jetzt brauchen wir sie das erste Mal zum Abdecken der Stände“, sagt er. Er hofft, dass es zur Aufführung des Theaterstücks trocken bleibt. Bärbel Mann hat erneut die Regie übernommen. „Die Gruppe hat viele neue Mitglieder, ist zusammengewachsen und hatte bei den Proben ganz viel Spaß.“

Auch eine Tombola gibt es. Der Hauptpreis ist ein Fahrrad mit dem Schriftzug „Wunderblutkirche“ – ein Unikat. „Das Rad stammt aus einem Wilsnacker Geschäft. Die Gewerbetreibenden unterstützen unsere Tombola“, dankt Purps.

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