Sükow : Ein Bischof und die Dorfverjüngung

Das Ehepaar Schulz, sie ist Vorsitzende des Sükower Landleben e. V, er Ortsvorsteher, führt den Festumzug zum Dorfjubiläum an.
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Das Ehepaar Schulz, sie ist Vorsitzende des Sükower Landleben e. V, er Ortsvorsteher, führt den Festumzug zum Dorfjubiläum an.

Sükower Ortsvorsteher verrät Rezept, wie es mit den Behörden klappt und hofft, dass sich Traum vom Dorfgemeinschaftshaus erfüllt

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04. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Wir haben viel bewegt im vergangenen Jahr“, betont Sükows Ortsvorsteher Diethardt Schulz. Was konkret und welche Vorhaben jetzt auf dem Plan stehen, darüber sprach Redakteurin Doris Ritzka mit ihm.

Sie sprechen von einem überaus turbulenten Jahr 2017. Woran machen Sie das fest?

Diethardt Schulz: Unser Dorf feierte seinen 700. Geburtstag und das ganz groß. Ein tolles Ereignis, aber eben auch ein Kraftakt. Insofern allen, die diesen mitgestemmt haben, ein großes Kompliment. Sükow hat 187 Einwohner und zu dem Fest kamen über 1000 Besucher.

Worauf sind Sie, sind die Sükower besonders stolz?

Natürlich auf unseren Bischof. Denn Sükow dürfte wohl das einzige Dorf weit und breit sein, das einen eigenen Bischof hat. Noch vor einigen Jahren wussten wir gar nicht, was für einen Schatz wir haben. Inzwischen ist er bereits in vieler Munde, einzig wo er zu finden ist – in Sükow – noch nicht. Aber daran arbeiten wir.

Offensichtlich hat der Bischof aber fürs Dorf schon was bewegt, oder?

Stimmt, er wurde für die Nachwelt entsprechend konserviert, die Kirche saniert, einzig unsere Orgel war noch stumm. Hier hat sich Pfarrer Peter Radziwill überaus engagiert, so dass sie zum Dorfjubiläum instandgesetzt wurde und nun wieder zum Gottesdienst erklingt.

Sükow ist ein altes Dorf, das jung geblieben ist, sagen Sie.

Mittlerweile liegt unser Durchschnittsalter im Dorf bei 46 Jahren. In den letzten acht Jahren haben wir uns faktisch um zehn Jahre verjüngt. Immer mehr junge Familien mit Kindern zieht es nach Sükow. Sie bauen neu oder sanieren alte Bauernhäuser. Das passt einfach. Das Gesicht des Dorfes bleibt erhalten, wird nur von Jahr zu Jahr schöner. Baulücken, so was gibt es bei uns nicht mehr.

Stichwort: Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Wir waren dabei, haben einwenig auf einsamer Flur gekämpft. Gewonnen haben wir nicht, aber zumindest das Geld geholt, um die Rabatten im Dorf im Frühjahr neu bepflanzen zu können. Für etliche Perleberger waren wir, wie sie uns bestätigten, die Sieger der Herzen. Und darauf sind wir stolz.

Und beim nächsten Wettbewerb wieder dabei?

Warum nicht, schließlich haben wir was zu bieten, Sükow kann sich sehen lassen.

Auch wegen seiner Sprungschanze auf der Straße.

Die gibt es nicht mehr.

Wie das? Zwei Einwohnerversammlungen und einige Ortsvorstehersitzungen hat sie überdauert. Nichts tat sich.

Der direkte Weg ist der kürzeste und das auch bei den Behörden. Bei einem zufälligen Gespräch mit dem Chef der Kreisstraßenmeisterei habe ich unser Problem geschildert. Schon am nächsten Tag wurde der Straßenbereich abgefräst, in Ordnung gebracht und damit auch ein Sicherheitsrisiko behoben. Denn, wer konnte, umfuhr die Sprungschanze, nutzte die Gegenfahrbahn.

Mit den kreislichen Behörden klappt es und mit der Stadt?

Auf den Stadtbetriebshof ist Verlass. Ob zu unserem Jubiläum oder wenn es was zu richten gibt, auf die Mannen kann man bauen. Und auch der kurze Draht zur Verwaltung hat seine Vorteile. Erst kürzlich drohte unser Teich über die Ufer zu treten, Keller und Scheune unter Wasser zu setzen. Ein Anruf im Umweltamt und die Perleberger Feuerwehr rückte an, pumpte den Teich ab. Allerdings müsste die Durchörterung hier mal entschlickt werden. Da müssen sich aber Stadt und Straßenbehörde ins Benehmen setzen.

Scheint alles soweit schick in Sükow zu sein, oder?

Wir haben schon noch unsere Wünsche und Vorhaben.

Die da wären?

Ein Dorfgemeinschaftshaus, denn wir haben keine Örtlichkeit, wo wir uns treffen können, wo der Verein Sükower Landleben e. V. eine Art Heimstatt hat. Denn der Name unseres Vereins ist schließlich Programm. Veranstaltungen – klein aber fein –, das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben.

Die Winterkirche, sprich den ehemaligen Kindergarten, zum Dorfgemeinschaftshaus umzubauen, davon war doch die Rede.

Ist es hoffentlich immer noch. Seitens der Kirche, der das Anwesen gehört, gibt es keine Einwände, dass die Stadt das Gebäude als Erbbaupacht übernimmt zum Zwecke eines Dorfgemeinschaftshauses. Auch dafür hat sich Pfarrer Peter Radziwill engagiert. Klar, allein für Sükow wäre das eine Nummer zu groß. Aber auch Dergenthin und Quitzow könnten davon profitieren.

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