Gymnasium Perleberg : Ein Aushängeschild für die Stadt

Sie schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen, verkörpern als Chor das Volk.
Sie schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen, verkörpern als Chor das Volk.

Schulmusical, eine Geschichte von großen Mühen und noch größerem Erfolg

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15. September 2019, 20:00 Uhr

„Einfach fantastisch“, gesteht Gudrun Tissen und erzählt, dass es für sie das zweite Musical ist, das Pennäler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums auf die Bühne gebracht haben. Damals bei Rats spielte ihre Enkelin mit und sie sei extra dafür nach Perleberg zu Besuch gekommen. Inzwischen sei sie Perlebergerin und war überaus gespannt auf die Premiere von „Becky Sharp“.

Volles Haus am Freitagabend in der Rolandhalle, die sich in eine große Musicalbühne verwandelt. Was die über 50 Akteure auf und hinter der Bühne an diesem Abend bieten, ist schon nahezu professionell, gesanglich wie schauspielerisch. „Sie haben auch viel Zeit und Energie investiert“, berichten Susanne und Karsten Künstler. Ihre beiden Töchter Florentine und Charlotte sind dabei, „und wir sind natürlich mächtig aufgeregt und richtig stolz“, so die Eltern. Es sei schon etwas Besonderes, was der Förderverein des Perleberger Gymnasiums hier wieder initiiert hat. „Hut ab und das auch vor der Leistung der Darsteller und aller, die da mitgemacht haben. Ich habe richtig einwenig Gänsehaut, so toll ist das, was unsere Kinder hier bieten.“

„Aufgeregt? Es geht so“, gesteht Morton Stibbe, der in die Rolle des Gerichtsvollziehers schlüpft. Und auch Johann Becker, der mit einer super Stimme und echtem schauspielerischen Talent durch die Geschehnisse im London des Jahres 1810 singend und erzählend führt.

Ob die singenden und tanzenden Schauspieleleven oder das Orchester – sie leben für einen Abend die Welt des Musicals. Der Blick auf die Zusammensetzung des Orchesters, das sich, wie zu jedem der vier Musicals des Gymnasiums eigens formierte, verrät, aus dem Perleberger Musikprojekt ist inzwischen ein Prignitzer geworden, wie Bürgermeisterin Annett Jura betont. Denn mit den fünf Lehrern der Kreismusikschule musizieren Pennäler der drei Prignitzer Gymnasien hier gemeinsam unter der Leitung von Petko Petkov. Fast zwei Jahre haben sie geprobt, „es ist mein bisher schwierigstes Stück“, gesteht der gebürtige Bulgare, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt. „Becky Sharp“ sei für ihn nun zugleich das Finale seiner Musicalarbeit, sagt er. Wobei, das verkündete er schon nach „Linie I“. „Ich kann eben schlecht nein sagen, wenn ich in die Augen der Gymnasiasten sehe“, fügt er lachend an. „Und wir sind hier auch ein eingespieltes Team: Katharina Fährmann für die Choreografie, Frank Wedel für den Chor, Birgit Bockler für den Gesang, René Hill hat die Regie.“ Jeder kennt seine Aufgaben, probte individuell und am Ende werden alle Puzzle zusammengefügt. Das Ganze akustisch rüber gebracht und ins rechte Licht gesetzt hat es die Technikercrew von Frank Bindig. 48 Eingangskanäle galt es zu bearbeiten, dreieinhalb Kilometer Kabel kamen dabei zum Einsatz.

„Musikalisch ist Becky Sharp alles andere als einfach“, gesteht Chorleiter Frank Wedel, der mega stolz auf seine 25 Sänger ist. „Sie leben die Rollen.“ Es ist ein Aushängeschild nicht zuletzt für die Stadt und auch ein Zeichen, dass an der Schule ein solches Engagement gewollt und unterstützt werde.

Und dass sich auch dieses Mal wieder teilweise ungeahnte Talente outen, spricht für das Potenzial, was hier über Jahre gewachsen ist, bestätigt auch Birgit Bockler, die gleichso mächtig stolz auf die Schüler ist.

Immer wieder Applaus auf offener Szene und Ovationen am Ende – das Publikum ist begeistert von „Becky Sharp“. Ein großes Kompliment an alle, die an der Inszenierung mitgewirkt haben. Als Erzählerin ziehe ich den Hut vor allen.

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