zur Navigation springen
Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 08:21 Uhr

Eigene Küche garantiert Frische

vom

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2012 | 09:34 Uhr

Perleberg | Essen aus der Kantine genießt nicht unbedingt einen guten Ruf, doch seit der durch verseuchte Erdbeeren ausgelösten Brechdurchfall-Epidemie stehen die Versorgungsbetriebe von Schul- und Kitaküchen stärker im Fokus als sonst. Eltern sind sensibilisiert. Unsere Redaktion informierte sich über Herkunft und Qualität des Essens in Prignitzer Einrichtungen und präsentiert die Ergebnisse in einer neuen Serie.

Den Steppkes in der Kita "Piccolino" schmeckt es offensichtlich. "Willst du mal probieren?", fragt die kleine Rike. In der Kindereinrichtung in der Dobberziner Straße wie auch im Akazienweg wird noch selbst gekocht. An die 200 Portionen sind es in der "Piccolino", wo Kita-Kinder (1,60 Euro) und Schüler (1,85 Euro) der Schollschule versorgt werden. Die Küche im "Knirpsenland" kocht nur für den Eigenbedarf, rund 100 Portionen sind es täglich, der Preis - ebenfalls 1,60 Euro. Beides sind städtische Einrichtungen, "und wir sind froh, dass wir sie haben", betont Birgit Moschinski, Sachgebietsleiterin Schule und Kita. Das Essen kommt praktisch noch heiß auf die Teller und entsprechend lecker schmecke es auch. Cornelia Schreiber, Leiterin der Kita "Piccolino", kann das nur bestätigen. Obst und Gemüse beziehe man vom Prignitzer Kartoffelhandel, also aus der Region. "Und auf den Teller kommt, was gerade Saison hat." Lieferanten sind zudem der Großhandel Schaper und die Mühlenberger. "Nicht nur wir werden regelmäßig vom Veterinäramt des Landkreises kontrolliert. Wir prüfen auch stets, ob die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Dennoch kann immer etwas passieren. Davor ist niemand gefeit" , so Cornelia Schreiber. Selbstkontrolle wird auch im "Knirpsenland" großgeschrieben, unterstreicht die stellvertretende Leiterin Elisabeth Figas. Frisch muss es sein und schmecken. Mit einer eigenen Küche gibt es keine langen Wege, man sei zudem flexibel, könne auf die Wünsche der Kinder direkt eingehen. Und sie ergänzt, dass sie sogar einen eigenen kleinen Kräutergarten angelegt und schon gut geerntet haben.

Für die Mädchen und Jungen der Rolandschule kocht Rainer Ramin mit seinem Team. Zwischen 160 bis 180 Essen täglich berichtet Rektorin Herta Richter. Das Essen komme in großen Behältern, werde in der Schule mittels Elektrogeräten warm gehalten. Gegessen wird vom Teller und nicht aus der Assiette. 1,90 Euro zahlen die Schüler, "wir haben aber auch ganz viel Freiesser."

Natürlich könne immer etwas passieren, räumt Rainer Ramin, Chef der Schlachthofkantine, ein. Doch man könne selbst auch ein ganzes Stück Vorsorge betreiben. Eingefrorenes Obst und Gemüse, das für Frischspeisen verwandt wird, werden grundsätzlich in seiner Küche vorher gekocht. "Man hat gar keine Chance, im Vorfeld etwas kontrollieren zu lassen. Schickt man eine Probe ein, was wir auch machen, wartet man wochenlang aufs Ergebnis." Insofern müsse man sich schon auf seine Lieferanten verlassen können, "und mit denen arbeite ich bereits viele Jahre zusammen."

Aus der Schlachthofkantine kommt auch das Mittag für die Oberschüler. Knapp 50 Essen, davon sind 30 kostenfrei, hier übernimmt der Landkreis die Kosten von 2,20 Euro. Sonst würden sicher noch weniger Schüler essen, ist sich Rektorin Gisela Hauck sicher. Am Essen liege es nicht. "Wenn das frisch gekocht ist, dann schmeckt es auch. Aber nicht mehr, wenn es zwei Stunden noch bei uns steht." Insofern hätten die Eltern vom Schulträger auch eine andere Lösung gefordert. Das Ergebnis: Es wird eine Schulmensa gebaut. Beantwortet sei allerdings noch nicht die Frage, ob es nur eine Ausgabeküche wird oder dann in der Schule gekocht werde. "Wir hoffen ja auf Letzteres, doch alles ist eben auch eine Frage des Geldes. Vorstellen könnte man sich, dass dann alle Perleberger Schulen in Trägerschaft des Landkreises hier mit Mittagessen versorgt werden, so Gisela Hauck. Eine warme Mahlzeit sei gerade im Ganztagsangebot eine wichtige Sache. "Die Kinder sind bis 15.30 Uhr bei uns, die Auswärtigen erst wieder gegen 17 Uhr zuhause."

Essen geliefert bekommt auch das Gottfried-Arnold-Gymnasium, Träger ist ebenfalls der Landkreis. Die Schulspeisung Karstädt, Inhaberin ist Monika Müller, bekocht die Pennäler mit. "Und es schmeckt. Drei Essen in der Preisspanne von 2,20 bis 3,30 Euro für Schüler, davon immer ein frischer Salat - da wird die Wahl echt zur Qual", gesteht Marion Krieg, stellvertretende Schulleiterin. Man bekomme das Essen zwar in großen Töpfen geliefert, gegessen werde aber vom Teller und nicht aus der Assiette. "Das Mittag ist heiß, und das Auge kann getrost mitessen." Seit dem neuen Schuljahr habe das Gymnasium eine kleine Küche, so dass auch für den kleinen Hunger alles frisch zubereitet werden kann. "Gesund und frisch muss es sein, darauf legen wir großen Wert. Den Schülern und uns jedenfalls schmeckt es", so Marion Krieg.

Monika Müller freut das, gesteht sie offen ein. Hausmannskost, darauf setze sie. Obst, Gemüse und Kartoffeln kommen aus der Region und werde nicht erst groß durch die Weltgeschichte transportiert. Seit Jahren arbeite man mit Putlitz da zusammen. "Und wir machen alles noch selbst, die Kohlrolladen werden gewickelt, das Hack frisch durchgedreht."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen