Bundesverdienstorden : Ehre für eine, die sich einmischt

Bärbel Mann mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet / Inzwischen sind zehn Prignitzer mit hoher Bundesauszeichnung gewürdigt worden

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13. Juni 2015, 12:00 Uhr

„Ich will mich künftig weniger einmischen“ – wer Bärbel Mann kennt, weiß, dass ihr dieses Vorhaben vermutlich schwerlich gelingen wird. Genau, weil sie sich stets einmischte, Visionen hatte, die bei ihren Mitmenschen nicht nur Beifall, sondern auch Kopfschütteln hervorriefen, wurde ihr in dieser Woche eine große Ehre zuteil. Die Wilsnackerin erhielt diesen Montag aus den Händen des brandenburgischen Wirtschaftsministers Albrecht Gerber in der Wunderblutkirche das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. So lautet der vollständige Name. Die 76-Jährige ist somit der zehnte Einwohner des Landkreises, dem diese Ehre zuteil wurde. Gewürdigt werden damit ihre Verdienste um die Kulturpflege und Entwicklung des Tourismus in der Prignitz und darüber hinaus im gesamten Land Brandenburg.

In die Wege geleitet hatte die Auszeichnung der Prignitzer Ex-Landrat Hans Lange. Bärbel Mann wusste nichts davon, erfuhr per Post von der Würdigung – eine Überraschung. „Hans Lange war es auch, der mir seinerzeit die Türen zu den Bürgermeisterstuben öffnete. Ich konnte dort und bei Veranstaltungen, wie z. B. Neujahrsempfängen, über Tourismus sprechen. Als Landrat hatte er zudem die Verbindungen zur Landesregierung. Wir waren sicher nicht immer einer Meinung. Aber gemeinsam gelang es uns beispielsweise, die Plattenburg aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken“, erinnert sich Bärbel Mann. Ebenso wie Lange war auch Dr. Wolfgang Neubert, Begründer und jetzt Aufsichtsratsvorsitzender der KMG Kliniken, bei der Auszeichnung am Montag – auf Wunsch der Wilsnackerin – dabei. „Dr. Neubert war aus meiner Sicht der einzige, der seinerzeit nicht daran gezweifelt hat, dass das mit dem Tourismus in der Prignitz etwas werden kann.“ Anfang der 90er Jahre war Bärbel Mann als Leiterin für Marketing und Veranstaltungen mehrere Jahre bei der KMG beschäftigt. Er habe ihr Engagement für die Tourismusentwicklung immer gefördert, ihr stets den Rücken freigehalten, so Mann.

Aus der Zeit, als der Fremdenverkehr in der Region noch in den Kinderschuhen steckte, könnte Bärbel Mann unendlich viele Anekdoten erzählen. Sie einmal zu Papier zu bringen, hat sie sich auf jeden Fall für die Zukunft vorgenommen. Allerdings muss dafür erst einmal Zeit bleiben. Der Terminkalender der Pensionärin ist prall gefüllt – Stadt- und Kirchenführungen, Vorträge in der Elbtalklinik, gemeinsame Events mit dem Musiker Lexa A. Thomas, Stücke schreiben und Regie führen beim Pilgertheater, Mitarbeit im Förderverein der Wunderblutkirche … ob das wirklich etwas wird mit dem Bücherschreiben und dem Nicht-mehr-Einmischen?

So oder so: Für die Zukunft des Tourismus in der Prignitz wünscht sich Bärbel Mann, dass die Verantwortlichen die Prignitzer mitnehmen, dass der Charme der Landschaft unverfälscht bleibt und gut „verkauft“ wird, dass es weiterhin Idealisten auf diesem Gebiet geben möge. Und eines ist auch sicher: „Mein Mann würde, wenn er noch lebte, sehr stolz auf mich sein“, sagt Bärbel Mann.  

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