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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 06:06 Uhr

Edeka startet die 65-Millionen-Aktion

vom

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2012 | 07:22 Uhr

Zarrentin/Prignitz | Die "Edeka-Handelsgesellschaft Nord mbH" mit Verwaltungssitz in Neumünster macht ihre Ankündigung aus dem April wahr und baut ihr Zentrallager im Megapark für 65 Millionen Euro um. Die Bauarbeiten haben in diesen Tagen im Tiefbaubereich begonnen und sollen zügig fortgesetzt werden. Es geht um eine Modernisierung und weitestgehende Automatisierung des Lagerbetriebes, der auch die Prignitzer Filialen beliefert.

Mitte 2015 will die Edeka die Umbauten abgeschlossen haben. Zusammen mit dem Umbau wird auch eine Reduzierung der Arbeitsplätze am Standort einhergehen. Die "Optimierung der Lagerlogistikprozesse am Standort Zarrentin" wird nach den Ankündigungen der Edeka etwa 200 Arbeitsplätze kosten. Bisher sprach das Unternehmen vom Abbau in zwei Wellen, bereits Mitte 2014 könnten die ersten Arbeitsplätze wegfallen. Bisher arbeiten für die Einzelhandelsriesen 750 Menschen im Megapark.

"Die begonnenen Erdarbeiten werden sich über einen Zeitraum von ca. vier Wochen erstrecken. Nach Abfuhr des Oberbodens wird das Anfüllen der Neubaubereiche mit Sand erfolgen, um auf die Hallenhöhe von 1,20 m über Gelände zu kommen", teilte das Unternehmen mit. Das Umbauvorhaben ist gigantisch und ist derzeit die größten laufende Baumaßnahme in der gesamten Region:

Bauvorhaben gigantischen Ausmaßes gestartet

Die Neubaufläche beträgt insgesamt mehr als 16 000 Quadratmeter. Diese Fläche soll ein 30 Meter hohes und vollautomatisch bedientes Hochregallager von 4000 Quadratmetern mit 31 300 Palettenstellplätzen, eine 20 Meter hohe und 10 000 Quadratmeter große Halle, ausgestattet mit dem vollautomatischen Witron-Kommissioniersystem sowie ca. 2000 Quadratmeter zusätzliche Wareneingangsfläche umfassen. Die Rohbaumaßnahmen sollen im Mai 2013 fertig gestellt sein. Danach beginnt der Stahlbau des Hochregallagers sowie die Montage der Witron Fördertechnik in den Neubau-Bereichen und wird bis Anfang 2014 umgesetzt sein. Die Aufnahme des Echtbetriebs für den ersten Bauabschnitt ist für Mitte 2014 geplant. Die komplette Aufnahme des Tagesgeschäftes soll schließlich Mitte 2015 möglich sein. Soweit die Informationen der Edeka.

Besonders anspruchsvoll wird die Baumaßnahme, weil der Umbau und die Modernisierung bei laufendem Betrieb erfolgen sollen. Das bedeutet natürlich auch, dass in der Umbauphase alle Mitarbeiter benötigt werden. Von Zarrentin aus werden derzeit täglich 400 Läden in ganz Norddeutschland direkt beliefert. Weitere 400 Edeka-Läden bekommen wenigstens Teile des Sortimentes aus dem Zarrentiner Lager. Das hatte die Edeka erst 2007/2008 aus der Marktkauf-Gruppe heraus übernommen. Begonnen wurde damals mit 230 Beschäftigten. Deren Zahl stieg dann sehr schnell auf 750.

Die Edeka Nord hat ihren Sitz in Neumünster und ist eine von sieben genossenschaftlich organisierten Großhandlungen des Edeka Verbundes. Sie nimmt mit rund 765 Märkten und einer Gesamtverkaufsfläche von ca. 725 000 Quadratmetern eine Spitzenstellung im norddeutschen Lebensmitteleinzelhandel ein, heißt es in einer Selbstauskunft der Unternehmens.

Das Absatzgebiet umfasse Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile Niedersachsens und Brandenburgs.

Die Belieferung des Einzelhandels erfolge aus den drei Logistikzentren Neumünster, Malchow und Zarrentin. Mit eigenen Produktionsbetrieben für Fleisch- und Wurstartikel sowie Backwaren garantiere Edeka Nord für "Frische für den Norden". Sie bietet als einer der größten Arbeitgeber im Norden rund 5800 Mitarbeitern Beschäftigung und bilde mehr als 1300 junge Menschen aus. Die Automatisierung und Modernisierung in Zarrentin hat aber noch einen anderen Hintergrund. Die Edeka geht nach ihren jüngsten Erfahrungen davon aus, dass es in Westmecklenburg immer schwerer werde, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Das sei schon jetzt zu spüren, zumal es in der Region jede Menge Ansiedlungen gäbe und überall Arbeitskräfte gesucht würden. So biete man dann langfristig etwa 550 krisensichere und dauerhafte Arbeitsplätze im Zarrentiner Lager.

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