Beginn einer Tradition? : E-Mail aus Italien

Deutsch-italienische Freundschaft: Während ihres Wittenberge-Besuchs wohnen die Jugendlichen aus Altamura bei den deutschen Schülern.
Deutsch-italienische Freundschaft: Während ihres Wittenberge-Besuchs wohnen die Jugendlichen aus Altamura bei den deutschen Schülern.

Erstmals besuchen Schüler aus Altamura das Marie-Curie-Gymnasium / Grund ist die Freundschaft zweier Mädchen

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25. November 2017, 12:00 Uhr

Dass sich aus einer Internet-Bekanntschaft eine so große Sache entwickelt, hätte Stella Awe vor einigen Monaten wohl nicht gedacht. Doch ihr ist es zu verdanken, dass zwölf Jugendliche des Liceo Cagnazzi aus dem italienischen Ort Altamura (Region Apulien) derzeit in Wittenberge weilen, die Region und auch das Marie-Curie-Gymnasium kennenlernen können.

Da kommt der Projekttag der Schule am Samstag sehr gelegen, bei dem die Gymnasiasten die Resultate ihrer Projektwoche präsentieren. „Wir werden unseren Film ,Cinderella’ auf Englisch zeigen. Allerdings haben wir die Geschichte moderner umgeschrieben“, erzählt Stella. So verliert Cinderella statt eines Schuhs ihr Mobiltelefon, ein Prinz kommt nicht vor, dafür ein Abschlussball. Natürlich geht die Geschichte gut aus. „Cinderella ändert ihren Facebook-Status auf ,Beziehung’“, verrät Stella Awe. Wie kam der Kontakt nach Italien zustande? Die 16-Jährige suchte eigentlich eine Brieffreundin, was heute einer E-Mail-Freundin gleichkommt. „Mein Vater hat Kontakt zu der Schule in Italien und so lernte ich Claudia kennen“, erzählt die Zehntklässlerin. Die Chemie stimmte zwischen den Gleichaltrigen – und das gemeinsame Hobby „Theater“ brachte sie letztlich auch räumlich zusammen. „Claudia erzählte mir, dass sie an ihrer Schule ein Theaterprojekt hätten und lud einige meiner Freunde und mich dazu nach Italien ein. Aber das passte von der Zeit einfach nicht. Deswegen haben wir das verschoben und ich habe sie zu uns eingeladen.“ Claudia Natale und ihre elf Schulkameraden werden noch bis Mittwoch in Wittenberge sein. An ihrer Seite sind ihre Lehrer Chiara de Mari und Antonio Ruggiero. Die Besucher aus dem Süden sind bei ihren deutschen Gastgebern untergebracht. Natürlich wohnt Claudia bei Stella. „Ich bin das erste Mal in Deutschland und es gefällt mir gut. Es gibt viel Natur“, sagt die 16-Jährige. Das kühle Wetter sei sie von Zuhause durchaus gewöhnt. Die Gastgeber haben sich ein volles Programm ausgedacht. Gestern ging es nach Berlin, wo unter anderem das Pergamonmuseum auf dem Plan stand. Heute folgt dann der Projekttag des Curie-Gymnasiums. Am Montag versuchen sich die Jugendlichen bei einem Theaterprojekt an der Wittenberger Montessori-Schule, bevor es am Dienstag zum Stadtbesuch nach Hamburg geht.

„Bis auf einen Schüler sind alle das erste Mal in Deutschland“, weiß Karsten Rostek, der am hiesigen Gymnasium Englisch, Latein und Russisch unterrichtet und gemeinsam mit seiner Kollegin Dörte Küchler (Englisch und Französisch) die Betreuung übernimmt. „Es wäre schön, wenn dieser Besuch der Anfang einer Tradition werden könnte“, sagt Chiara de Mari. Ähnlich sieht es auch die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Wulf. „Vielleicht können die Schüler ein gemeinsames Theaterprojekt auf die Beine stellen. Ich würde mich freuen“, sagte sie zur Begrüßung der italienischen Jugendlichen, bevor sie ein Exemplar des Fotobuchs „Erlebe Wittenberge“ überreichte, das Gymnasiasten selbst gestaltet haben.

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