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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 22:45 Uhr

A 14 : Durchbruch bei der Trasse?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Planer wollen A 14 oberhalb von Bentwisch und Lindenberg entlang führen

von
erstellt am 23.Jun.2014 | 18:33 Uhr

Das Potsdamer Infrastrukturministerium arbeitet konzentriert und mit großem Aufwand daran, die Trasse der A 14, die Bogen oberhalb um Lindenberg und Bentwisch verlaufen soll, genehmigungsfähig zu machen, um das Schutzgut Mensch zu schonen. Das sagte gestern nach der Tagung des regionalen Arbeitskreises, der diesen Prozess begleitet, Egbert Neumann als Abteilungsleiter Verkehr im Potsdamer Infrastrukturministerium.

Die Aussage überrascht in ihrer Eindeutigkeit, musste die Öffentlichkeit doch bisher davon ausgehen, dass mit der gleichen Intensität auch die andere mögliche Strecke für die A 14, nämlich die quer durch das Dorf Bentwisch verfolgt wird. Neumann bekräftigte auf „Prignitzer“-Nachfrage, dass alles darauf abziele, „die Trasse westlich von Lindenberg und Bentwisch mittels Schadensbegrenzungsmaßnahmen zu optimieren“. Dass ist die Voraussetzung für ihre Genehmigung.

Die Schadensbegrenzungsmaßnahmen gelten vier Vogelarten, die in diesem hochrangigen Schutzgebiet „Unteres Elbtal“, das durch die A 14 bei Lindenberg und Bentwisch berührt wird, leben: dem Weißstorch, der Heidelerche, dem Ortolan und dem Braunkehlchen. „Wir suchen in der Nähe der Trasse nach Möglichkeiten, ihnen neuen Lebensraum zu geben“, sagte Neumann gestern. Bei der Heidelerche beispielsweise bedeute das, es müssen Flächen gefunden werden, wo der Vogel künftig brütet, wenn er wegen der Autobahn nicht mehr seine angestammten Plätze nutzen kann. Die Bentwischer Störche werden nicht woanders brüten. Aber ihnen müssen Flächen aufbereitet werden, wo sie Nahrung finden, wenn sich mit dem Autobahnbau ihre bisherigen Nahrungsräume verändern. „Wir müssen buchstäblich für jedes Brutpaar eine Zukunft finden“, verdeutlicht Neumann die Dimension des Problems. Ein Problem, das nach seinen Worten nicht allein vom Land zu lösen ist. Neumann nennt Knackpunkte. Für die Aufbereitung der neuen Lebensräume benötigt das Land Geld vom Bund noch vor Abschluss des Planfeststellungsverfahrens. Der Bund zahle in der Regel aber erst nach Planfeststellungsbeschluss.

Ein weiterer Knackpunkt: „Für die schadensbegrenzenden Maßnahmen benötigen wir die Mitarbeit von Landeigentümern, damit die Kleingewässer und Wiesen angelegt werden können.“ Und schließlich muss laut Staatssekretär ein Agreement (Einverständnis - d. Red.) mit der Biosphärenreservatsverwaltung hergestellt werden. „Die staatliche Umweltverwaltung muss ihr Okay geben.“

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann begrüßte gestern die Aussage zu dem A 14-Verlauf oberhalb der beiden Orte: „Es ist die einzig zumutbare Trasse.“ Der Durchbruch für diese Strecke ist aber erst erreicht, wenn die schadensbegrenzenden Maßnahmen wirklich für alle genannten Vogelarten greifen, das machte Neumann auch klar. Noch bis zum Herbst lässt sein Ministerium die Vorkommen neu kartieren, um eine sichere Handlungsgrundlage zu haben.


 

 

 

 

 

 

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