Im Oldtimer die Prignitz erkunden : Durch die Landschaft rollen

Michael Diehmann ist mit seinem Fiat Topolino aus herdord zur Osterrallye in die Prignitz gekommen.
Michael Diehmann ist mit seinem Fiat Topolino aus herdord zur Osterrallye in die Prignitz gekommen.

Vorkriegsrennwagen sind bei ihrer Osterrallye in der Prignitz und Nachbarregionen unterwegs

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23. April 2019, 12:00 Uhr

Mödlich | Der kleine rote Flitzer geht fast unter zwischen den historischen Fahrzeugen, die vor der Fischerkate in Mödlich parken. Die Bugattis, Fiats, Langondas, Bentleys, MG und weitere britische Oldtimer zumeist aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg stehen in Reih und Glied, haben an den Ostertagen jeweils 160 bis 180 Kilometer absolviert. Die Besitzer plaudern über die Tour.

„Wir sind meist auf kleinen Straßen unterwegs, haben heute nur zwei Mal an einer Ampel gestanden“, erzählt Michael Diehmann aus Herford. Sein Fiat Topolino Barchetta Baujahr 1936 verfügt nur über 16 Pferdestärken. Er war dennoch wie viele der 30 Fahrzeuge der Osterrallye auf Rennstrecken unterwegs. Dafür hatte der seltene Flitzer eine Aluminiumkarosserie erhalten und war in der kleinsten Hubraumklasse selbst bei der Mille Miglia unterwegs, als deren 1000 Kilometer noch in einem Ritt absolviert wurden.

Diehmann lässt es heute eher ruhig angehen. „Wir rollen bei der Osterrallye durch die Landschaft und genießen deren Schönheit. Um eine möglichst hohe Geschwindigkeit geht es nicht.“ Dazu ist das Osterwetter besonders geeignet, denn die meisten Fahrzeuge sind offen oder haben nur ein Verdeck und eine Mini-Frontscheibe. „Das kam uns das Wetter sehr entgegen“, sagt Diehmann.

Natürlich sei die Tour eine Herausforderung für die Oldtimer und ihre Fahrer. „Am ersten Tag, als die Strecke etwas ruppiger war, haben wir einige Schrauben verloren, andere müssen wir wieder festziehen. Aber das bekommen wir hin“, meint der Herforder. Wobei es auch für die Fahrer anstrengend werden kann. „Die meisten Fahrzeuge haben nur sehr kurze Federwege“, sagt Diehmann.

„Wir fahren aber auch bei schlechtem Wetter, selbst bei Schneeregen“, verrät Werner Ruthenbeck aus Berlin, der die Tour durch die Prignitz, Teile Mecklenburg-Vorpommerns und Niedersachsens organisiert hat. Es gebe ein Roadbook und feste Termine wie Mittagessen, gemeinsame Rast oder eine Dampferfahrt, sonst fahre jeder so schnell, wie er wolle.

Die Prignitz und die Fischerkate hat Ruthenbeck vor Jahren bei der Rückfahrt von der Nordsee nach Berlin kennengelernt. „Ich war begeistert und habe mir gesagt, hierher kommst du mit der Osterrallye. In diesem Jahr hat es dann geklappt.“

Die Oldtimerfreunde kommen aus ganz Deutschland, aus England, Frankreich und der Schweiz. Sie treffen sich einmal im Jahr zur Osterrallye In diesem Jahr waren es einige weniger. Wegen der vorhergesagten Staus scheuten einige langjährige Teilnehmer aus Frankreich, der Schweiz und Süddeutschland die Tour in die Prignitz. „Wir sind alle Schrauber, die möglichst viel selbst an den Fahrzeugen machen“, erläutert Ruthenbeck. „Und wir lieben es gemütlich, eine Unterkunft wie die Fischerkate kommt uns da gerade recht.“

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