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Historisches in Perleberg : Drucken wie zur Zeit Gutenbergs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bernd Schlawer bringt Schülern und anderen interessierten Bürgern die alte Technik näher.

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Auch nach mehr als 500 Jahren ist Johannes Gutenberg noch interessant. Das beweist Bernd Schlawe. Der Christ reist seit nunmehr 18 Jahren als Gutenberg durch die Lande. In dieser Woche machte er auch in der Rolandstadt Station.

In der Winterkirche der Sankt-Jacobi-Kirche hatte er seine nachgebaute Gutenbergpresse aufgestellt.

Zunächst hatten Perleberger Schüler die Möglichkeit, sich über den Buchdruck zu informieren. Höhepunkt war es dann, als sie selbst die Druckpresse bedienen durften. Aber auch interessierte Bürger waren eingeladen.

Wer sich bei Bernd Schlawer einfindet, der erfährt etwas über die Entwicklung der Verbreitung von Geschriebenem: So begann es mit der Keilschrift. Es folgten Papyros, Pergament aus Tierhäuten, das Schreiben mit der Feder und handgeschöpftes Papier. Und dann kam der Buchdruck. Am Anschauungstisch stellt Schlawer ganz schnell die Verbindung von der Erfindung des Buchdrucks und der Bibel her, war doch das bekannteste Werk die 42-zeilige Gutenberg-Bibel. In vielen Sprachen liegt sie in der Winterkirche aus. Interessant ist dabei das Kettenbuch, ein Nachdruck aus dem Jahr 1545 oder das Beutelbuch zum ans Gewand binden und mitnehmen.

„Wenn Johannes Gutenberg nicht den Buchdruck erfunden hätte“, so ist sich Bernd Schlawer sicher, „dann wären Martin Luther und die Reformation nicht so erfolgreich gewesen. Denn durch den Buchdruck war es möglich, Geschriebenes schnell zu verbreiten.“

Begeistert erzählt er aus der Geschichte, den Verbindungen zwischen Druck und Bibel. Seine Besucher erfahren, dass die Gutenberg-Bibel damals einen Wert hatte, der 30 000 bis 35 000 Euro entspräche. Die kleinste Bibel war bisher die Verewigung auf einem Mikroship. Doch inzwischen gibt es die Nano-Bibel mit 1,2 Millionen Buchstaben auf einem Zuckerkorn. Den Höhepunkt seiner Vorträge bildet dann der Druck an der Gutenbergpresse. Dabei kann sich jeder selbst versuchen und das fertige Druckerzeugnis mitnehmen. Für seine Vorführungen hat er den Psalm 23 herausgesucht.

Seit 18 Jahren ist Bernd Schlawer aus Eschede bereits mit seiner nachgebauten Druckmaschine unterwegs. Überwiegend besucht er Schulklassen und Konfirmandengruppen, um ihnen alte Druckkunst aber auch die Zusammenhänge zur Bibel und Martin Luther näher zu bringen. Gezahlt werden muss dafür nichts, denn dieses Projekt wird nur aus Spenden finanziert.

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