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Bombensuche in Breese : Droht dem Eiscafé Breese das Aus?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Inhaber Thomas Scheiblich befürchtet das Schlimmste, weil die Bodenuntersuchungen in die Saison fallen

„Wenn meine Terrasse gesperrt wird, kann ich den Laden dichtmachen“, sagt Thomas Scheiblich, Inhaber des Eiscafés Breese. Durch die aktuellen Bohrungen zur Bombensuche, sieht er seine wirtschaftliche Existenz bedroht. Die Markierungen für die Erdbohrungen reichen bis direkt an sein Haus heran.

Was den 49-Jährigen besonders ärgert, ist die fehlende Vorabinformation. „Mir hat niemand gesagt, wann es mit den Bohrungen weitergeht.“ Scheiblich berichtet, dass Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg ihm in einem früheren Gespräch versichert habe, dass erst diesen Oktober rund um das Eiscafé gebohrt würde. „Er meinte, er wolle auf die Saison Rücksicht nehmen und jetzt geht es doch schon weiter.“

Scheiblich blickt auf die zahlreichen Farbmarkierungen vor seiner Terrasse. Er befürchtet schon jetzt starke Umsatzeinbußen, wenn die Gäste auf der Terrasse sitzen und Augenzeugen der Bohrungen werden. „Wenn sie hören, dass hier nach Bomben gesucht wird, kriegen die meisten doch ein komisches Gefühl und kommen nicht wieder“, sagt Scheiblich. Was, wenn dann tatsächlich eine Bombe an seinem Haus gefunden wird? Diese Frage treibt Sorgenfalten auf Scheiblichs Stirn. „Dann wird hoffentlich entschärft und nicht gesprengt.“

Seit gestern sieht die Lage schon besser aus. Bei einem Vor-Ort-Termin konnte Gerd Fleischhauer zusammen mit Bürgermeister Werner Steiner beschwichtigen. „Während der Bohrungen ist es am Café nicht gefährlicher als jetzt oder in den vergangenen Jahren“, betonte das Gemeindeoberhaupt und erntete Zustimmung von Fleischhauer. Die Gäste müssten also vor den Bohrungen keine Angst haben. Auch an der Terrasse wollen die Experten der Kampfmittelräumung mit Augenmaß vorgehen. „Wir werden an den Bohrpunkten einzelne Platten herausnehmen und sie danach wieder einsetzen“, so Daniel Stolz von der Firma Boskalis Hirdes Kampfmittelräumung. An den Nachmittagen könne die Terrasse für Gäste wieder geöffnet werden. „Und wir sind auch nur von Montag bis Donnerstag hier. Freitags und an den Wochenenden, also zu den Stoßzeiten des Cafés, arbeiten wir nicht“, erklärte Stolz. Auch die Untersuchungen am Parkplatz sollen laut Gerd Fleischhauer „Stück für Stück“ erfolgen. Werner Steiner erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit, rund um das Café Weltkriegsmunition zu finden, relativ gering sei. „1945 soll der Bereich geräumt worden sein. Dennoch besteht die Gefahr, dass noch etwas im Boden ist.“ Der Zeitplan für die jetzigen Untersuchungen wurde vorgezogen, weil Ende März zwölf Blindgänger gesprengt werden mussten (der „Prignitzer“ berichtete). „Da haben wir gesehen, dass hier eine erhöhte Gefahr besteht“, so Fleischhauer. Auch auf dem Sportplatz soll eine Anomalie untersucht werden.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 04:45 Uhr

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