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Gerichtsbericht : Drogendealer bricht sein Schweigen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

54-Jähriger Bad Wilsnacker soll in 13 Fällen mit je acht bis neun Kilogramm Marihuana gehandelt haben

Seit dem 9. Januar steht der Bad Wilsnacker Thomas V. vor dem Landgericht Neuruppin. Zwei Verhandlungstage hat der gebürtige Perleberger geschwiegen. Gestern nun ließ er seinen Verteidiger für sich sprechen. Demnach stimmt das, was in der Anklage steht zum überwiegenden Teil. Mit Marihuana habe er gehandelt, nicht jedoch mit Kokain und Amphetaminen. Auch mit den in einer Erdhöhle versteckten Drogen nahe seines Gartengrundstücks in Wittenberge habe er nichts zu tun. Diese habe seinem Abnehmer Michael M. gehört.

Allerdings will er nicht aus Geldgier gehandelt haben, sondern aus Nächstenliebe. Er habe nur seinem langjährigen Bekannten Maik S. aus der Klemme helfen wollen. Dieser betrieb einige Cannabis-Plantagen in der Prignitz. Dafür wurde er im August vergangenen Jahres zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Maik S. bestätigte gestern zwar, dass er den Angeklagten angesprochen habe, weil sein eigentlicher Abnehmer verhaftet worden war, er nun auf einem Berg von Cannabis saß und sein Chef Geld sehen wollte. „Ich suchte einen zuverlässigen Abnehmer“, sagte Maik S. gestern vor dem Landgericht Neuruppin. Sein Chef habe ihn auch unter Druck gesetzt. Das habe er allerdings nicht Thomas V. gesagt. Probleme zu offenbaren hätte die Preise verdorben. Nach der Aussage von Maik S. hat Thomas V. zunächst zurückhaltend reagiert und sich Bedenkzeit ausgebeten. Einige Tage später kam der Angeklagte dann zu Maik S. nach Suckow, dort wurde unter anderem der Preis ausgehandelt. Pro Gramm sollte Thomas V. 4,50 Euro bezahlen. Einige Monate später wurde der Preis dann auf Betreiben des Angeklagten auf 4,30 Euro gesenkt, so Maik S. Die Übergabe erfolgte nach den jeweiligen Ernten, bezahlt wurde eine Woche später. „Er hat alles abgenommen, was ich hatte. An wen er die Drogen weiter verkauft hat, habe ich nie nachgefragt“, sagte Maik S.

Laut Thomas V. veräußerte er die gesamte Ware an Michael M. Dieser wollte sein Geschäft weiter ausbauen. Das sei ihm zu viel geworden, so Thomas V. Ihm sei das Ganze zu heikel geworden und er habe sich aus dem Geschäft zurückziehen und dafür Maik S. und Michael M. Anfang 2014 zusammenbringen wollen. Dazu kam es jedoch nicht. Die Verhandlung wird am 3. März fortgesetzt.
 

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