Dreist über den Gartenzaun gekippt

 <strong>Mehrere Kubikmeter  Baumschnitt</strong> einer Blautanne hat ein Unbekannter am hellichten Tag auf Hubers Grundstück gekippt. <foto>Susann Matschewski</foto>
Mehrere Kubikmeter Baumschnitt einer Blautanne hat ein Unbekannter am hellichten Tag auf Hubers Grundstück gekippt. Susann Matschewski

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22. März 2013, 07:07 Uhr

Breese | Als Johannes Huber am vergangenen Samstagnachmittag vor die Haustür tritt, traut er seinen Augen nicht: Ein riesiger Berg, rund vier Kubikmeter Baumschnitt einer Blautanne liegen auf seinem Grundstück, mitten auf dem Rasen neben dem Zaun an der Auguststraße in Breese. "Ein Nachbar erzählte mir daraufhin, dass ein silbergrauer Golf samt Anhänger mit Ludwigsluster Kennzeichen vor meinem Haus gehalten, jemand das Zeug über den Zaun gekippt habe und wieder weggefahren sei", erzählt Huber. Er selbst sei zu diesem Zeitpunkt zuhause gewesen, hielt Mittagsschlaf. "Ich habe auch ein Auto gehört, mir aber nichts weiter dabei gedacht", erinnert er sich.

Johannes Huber findet das Ganze rätselhaft: "Wer macht so etwas und aus welchem Grund?", fragt er sich. "Wer seinen Müll illegal loswerden will, kippt ihn normalerweise in den Wald und nicht in die Vorgärten fremder Leute." Das sagt auch Ulrike Glanz, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Nord auf Nachfrage des "Prignitzer". "Solche Fälle kommen unter streitenden Nachbarn schon mal vor, aber dass ein Auswärtiger seinen Abfall auf fremde Grundstücke ablädt, habe ich noch nie gehört." Johannes Huber rief die Polizei, die jedoch keine Anzeige aufnahm, da keine Sachbeschädigung vorlag. Erst später bemerkte Huber, dass an der Stelle, wo der Baumschnitt hingeworfen wurde, sein junger Ginkobaum stand. Johannes Huber zeigt auf das zarte Pflänzchen. "Sechs Jahre alt, ein Geschenk aus Weimar", erklärt er. Die Pflanze sei durch die zentnerschwere Last umgeknickt, ein Ästchen abgebrochen. Huber hofft nun, dass der Ginko keinen allzu großen Schaden genommen hat.

Ein größeres Problem könnte er mit dem Ordnungsamt bekommen, wenn er den Baumschnitt, den er von seinem Grundstück wieder über den Zaun an den Straßenrand geworfen hat, dort lässt. "Die Straße ist ein öffentlicher Bereich, dort hat der Abfall nichts zu suchen. Das ist eine Straftat und wird mit einem Bußgeld geahndet", erklärt der Ordnungsamtsleiter von Bad Wilsnack/Weisen, Gerald Neu. Huber selbst sei für die Beseitigung des Baumschnitts zuständig. "Nur, weil ihm jemand Unrecht getan hat, kann er nicht ein weiteres Unrecht begehen, indem er den Abfall der Öffentlichkeit überlässt", so Neu weiter.

Huber will den Baumschnitt nun verbrennen, sagt er und zuckt ratlos die Schultern. "Ich verstehe einfach nicht, wie jemand auf die Idee kommt, seinen Müll am hellichten Tag mitten im Dorf abzuladen. Ich hoffe, das war nur ein großer Zufall und kommtn nicht noch einmal vor."

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