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PErleberger Radler : Dreimal um die Erde geradelt

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Johannes Klettke, 84-jähriger Neu-Perleberger, hat vor kurzem seine dritte Äquatorumrundung geschafft – rein rechnerisch.

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erstellt am 14.Sep.2014 | 08:00 Uhr

„… das wäre dann für einen über 80-Jährigen in der Tat eine Glanzleistung …“, endete ein Beitrag auf der Perleberg-Seite im „Prignitzer“ vor rund vier Jahren. Die Glanzleistung ist vollbracht: Johannes Klettke umrundete – rein rechnerisch – mit seinem Drahtesel zum dritten Mal den Äquator. „Eigentlich habe ich die Strecke – sie beträgt rund 40 075 Kilometer – ja schon wieder mit rund 100 Kilometern überschritten“, sagte der 84-Jährige, als er diese Woche in die Lokalredaktion kam, um die Neuigkeit mitzuteilen.

Noch immer radelt er fast täglich seine Strecken mit einer Länge von zirka 25 bis 40 Kilometern, ist immer so drei bis vier Stunden im Stadtgebiet und auch im Großraum Perleberg unterwegs. „Radfahren macht mir nichts aus, mit dem Laufen und Bücken ist es da schon etwas anders“, berichtet der Senior, der auch sagt, dass ihn sein Rücken schmerzt, wenn er nur einen halben Tag drinnen sitzt. Die gefahrenen Strecken notiert er akribisch vom Tachometer in seinen Taschenkalender, summiert die Kilometer jeweils zum Monatsende sowie am Ende eines Jahres. Nur in diesem Jahr ist er vom 1. Januar bis Mitte September bereits rund 4700 Kilometer geradelt.

Das Radfahren betrachtet Johannes Klettke als reines Hobby, in das er erst als 62-Jähriger einstieg, nachdem er 1992 aus dem damaligen Tiefbaukombinat in den Altersübergang eintrat. Zunächst erkundete er in Schwerin , wo er bis vor fünf Jahren wohnte, von der heimischen Hamburger Allee aus die Umgebung auf dem Großen Dreesch. Die Touren wurden länger und länger, bis Klettke schließlich die Lewitz entdeckte. Inzwischen fühlt sich der rüstige Rentner privat und radfahrtechnisch aber schon lange in Perleberg heimisch. Er kennt die Gegend aus früheren Zeiten: Auf der Flucht vor den Roten Armee landete seine Mutter mit ihm und vier Geschwistern im Januar 1945 in der Prignitz, trat 1947 eine Neubauernstelle an. „Ich lebte in Pirow und Wüsten Buchholz, ging später zur Armee“, erinnert sich der 1930 in Bessarabien geborene Mann. Obwohl es von Perleberg aus nicht weit ist zum Elberadweg und er praktisch direkt an der „Gänsetour“ wohnt, wird er wohl bei seinen Rundkursen, die er stets allein bestreitet, bleiben. Ausgedehnte, touristische Fahrten seien nicht so sein Ding, meint er. Und eine andere Sache lehnt er gleich rundheraus ab: „E-Bikes lehne ich total ab. Dann kann ich ja gleich mit dem Auto fahren.“


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