Brandschutz : Drei Plätze für 14 Kameraden

Nur drei Kameraden dürfen mit dem VW T4, Baujahr 1995, ausrücken.
Nur drei Kameraden dürfen mit dem VW T4, Baujahr 1995, ausrücken.

Feuerwehr Roddan braucht zusätzliche Transportkapazitäten, um vernünftig ausrücken zu können / Gemeinde bietet Interimslösung

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28. September 2015, 22:00 Uhr

Ordentlicher Lack, Blaulichtbalken auf dem Dach, umfängliche Ausstattung für einen ersten Löschangriff: Von außen betrachtet macht der VW T4, mit dem die Feuerwehr Roddan ausgestattet ist, für eine kleine Ortswehr noch einen recht guten Eindruck. Das Problem liegt in der Zulassung. „Nur maximal drei Kameraden dürfen mit dem Fahrzeug ausrücken“, berichtet Bernd Neumann, stellvertretender Ortswehrführer.

Die Roddaner sind eine starke Truppe. Derzeit sind 14 Aktive dabei, die auch alle im Ort wohnen, sagt Neumann. „Ende des Jahres kommt noch eine junge Frau aus der Jugendwehr dazu, dann sind wir 15. Und jetzt muss man sich mal Folgendes vorstellen: Bei einem Einsatzalarm stehen zehn Mann am Gerätehaus, und man muss entscheiden, wer mitfahren darf. Das ist nicht gut für die Kameradschaft.“

Allerdings sei es den Ehrenamtlern auch nicht zuzumuten, mit ihrer Einsatzkleidung ins Privatauto zu steigen. „Die Sachen werden nun mal dreckig, und niemand soll sich die Sitze verunstalten“, sagt Neumann. Was fehlt, sei ein Mannschaftstransportfahrzeug, mit dem die Kameraden zum Einsatzort gebracht werden können. „Gerade die Einsätze, die hier in der Umgebung anfallen, wie Sturmschäden oder Waldbrände, erfordern vor allem viele Helfende Hände, also Manpower. Leute vor Ort, darauf kommt es an.“ Bereits seit einiger Zeit sei man mit der Gemeinde und dem Amt im Gespräch, aber die Vorschläge seien nicht tragbar. „Es gibt Pläne, einen der beiden Gemeindetransporter dafür zu nutzen“, sagt Neumann, sieht die Lösung allerdings als nicht dauerhaft tragfähig an. „Der Bus steht in Quitzöbel. Wir sollen dafür einen Schlüssel bekommen und das Auto vor einem Einsatz dort abholen. Aber das kostet viel zu viel Zeit.“ Gerald Neu, Leiter des Bad Wilsnacker Ordnungsamtes, bestätigte auf Nachfrage, dass das Problem bekannt sei. „Wir sind derzeit auf der Suche nach einer tragfähigen Lösung für Roddan, damit die Kameraden ordentlich zum Einsatzort kommen.“ Tatsächlich sei der Gemeindebus dafür im Gespräch, wo das Fahrzeug künftig stationiert wird, sei noch offen.

Auch im Brandschutzkonzept für das Amt Bad Wilsnack/Weisen, das derzeit in den einzelnen Gemeinden vorgestellt wird, ist das Problem aufgeführt. Wörtlich heißt es: „Das Fahrzeug ist nach derzeitiger Einschätzung nicht geeignet, da es weder Leitern mitführen kann noch die notwendige Zuladung für die drei Personen aufweist. Hier sollte ein anderes Fahrzeug aufgestellt werden.“

Torsten Blüthmann, stellvertretender Amtsbrandmeister, kennt das Problem, sieht die dauerhafte Stationierung eines zweiten Fahrzeuges in Roddan aber kritisch. „Dort gehört perspektivisch ein Tragkraftspritzenfahrzeug hin, das sechs Feuerwehrleute befördern kann. Damit dürften die Roddaner gut ausgestattet sein.“

Allerdings gebe es derzeit ähnlich dringende Probleme in der Gemeinde, beispielsweise den Ello in Legde. „Der ist einfach nicht mehr zeitgemäß, da muss etwas passieren.“ Weiterhin stünden für die Stadt Bad Wilsnack Neubeschaffungen an, damit die größte Wehr des Amtes weiterhin schlagkräftig bleibt. 

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