Clara-Zetkin-Park Wittenberge : Drei Birken zum Gedenken

Die Kinder aus Weißrussland pflanzten gestern drei Birken im Clara-Zetkin-Park.
Die Kinder aus Weißrussland pflanzten gestern drei Birken im Clara-Zetkin-Park.

Kinder aus Weißrussland pflanzen mit dem Verein„Kinder von Tschernobyl“ im Clara-Zetkin-Park Bäume zur Erinnerung an die Katastrophe

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04. Juni 2015, 08:00 Uhr

„Die Kinder leben in einem Gebiet, wo man eigentlich nicht mehr wohne dürfte. Dort ist alles verstrahlt“, sagt Veronika Benecke, Vorsitzende des Hilfswerkes „Kinder von Tschernobyl“ im Bereich Altmark. 18 dieser Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren sind seit Dienstag in Wittenberge zu Gast. Sie kommen aus der weißrussischen Region Narowlja. Das Gebiet hat noch immer mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zu kämpfen. Um an das Unglück zu erinnern, wurden gestern zusammen mit den Kindern im Clara-Zetkin-Park nahe des Spielplatzes drei Birken gepflanzt.

Angeregt hat diese Aktion der ehrenamtliche Umweltschützer Wolfgang Herms in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kinder von Tschernobyl“, der die Bäume gespendet hat. „Als Wittenberger ist man mit dieser Aktion verbunden. Wir haben, als die Katastrophe in Fukushima passierte, einen Baum im Stadtpark gepflanzt. Jetzt wollten wir das zum Gedenken an Tschernobyl nachholen“, so Herms. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann unterstützt die Aktion: „Es ist wichtig, dass wir uns an die Katastrophe erinnern. Die Bäume sind ein tolles Zeichen.“

Seit 1998 kommen regelmäßig Jungen und Mädchen aus Weißrussland nach Wittenberge. Viele Kinder dieser Region leiden an Atemwegserkrankungen und haben Wachstumsschwierigkeiten, erzählt Stadtjugendpflegerin Marina Hebes. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich der Aufenthalt der Kinder hier in Deutschland wegen der frischen Luft positiv auf deren Gesundheit auswirkt.“

Die Kinder aus Weißrussland bleiben zusammen mit ihren drei Dolmetscherinnen noch bis Sonntag in Wittenberge. „Sie sollen sich hier mal richtig erholen“, sagt Dolmetscherin Tamara Dawidowitsch.

Aber nicht nur die frische Luft, sondern auch kulturelle Veranstaltungen warten auf die jungen Besucher. So stehen in dieser Woche noch der Empfang bei der „Tour de Prignitz“ an sowie ein Besuch in der Schwimmhalle und auch im Hansapark. Am Sonntag geht es dann für drei Wochen weiter nach Sachsen-Anhalt und anschließend zurück in die Heimat.

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