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Perleberger Feuerwehr : Drehleiter deutschlandweit einmalig

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für 200 000 Euro saniert und nach den Wünschen und Anforderungen der Perleberger Wehr „maßgeschneidert“

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Fast liebevoll nennen die Kameraden der Perleberger Ortswehr sie jetzt ihr Schätzchen. Angesichts der 200 000 Euro, die die Stadt in die Sanierung der Drehleiter gesteckt hat, sicher auch gerechtfertigt. „Was unterm Strich draus geworden ist, kann sich aber wirklich sehen lassen“, betont Uwe Schleich, zuständig für die Wehren der Stadt und den Katastrophenschutz. Immerhin hat Perleberg damit nun eine Drehleiter, die gemessen am Alter und der Ausstattung deutschlandweit einmalig ist. „19 Jahre Erfahrung stecken da drin, so alt ist die Drehleiter.“ Hunderte von Stunden habe man intensiv darüber gesonnen, was alles möglich sein müsste, damit ein optimaler Einsatz gegeben ist. All das gepaart mit solider Ingenieurleistung und heraus gekommen ist das Schätzchen.

450 000 Euro hätte ein neues Fahrzeug gekostet, „mit dem wir etliches hätten, was wir nicht brauchen, und dem vieles fehlte, was wir benötigen“, bringt es Uwe Schleich auf einen kurzen Nenner. Entscheidend: Die alte Drehleiter verfügt über eine Schrägabstützung, wie sie heute nicht mehr gebaut werde. „Für unsere engen Gassen aber optimal und die einzige Lösung.“

Fahrerhaus samt Rahmen, Drehkranz und Leiterpark nur das ist noch original, allerdings auch komplett aufgearbeitet. Letzterer sandgestrahlt, vermessen, gerichtet und pulverbeschichtet. Sensoren, Seile und Elektroschalter – alles neu. Es ist eigentlich eine neue Leiter, nun gar mit „maßgeschneiderter“ Schleifkorbtrage, für Personenrettung aus der Höhe. Zusätzlich hat der Korb einen Kasten für Schlauch und Strahlrohr, sprich der Korb fährt aus und die Steigleitung samt der Schlauch gleich mit.

Zudem verfügt die Drehleiter als einzige diesen Typs über sechs Gerätekästen, vorher waren es vier. „Damit haben wir Platz für Einsatzbekleidung, zusätzliche Aufbauten wie Krankentragehalterung, Gerätschaften und Atemschutz.“ An all das gelangen die Kameraden im Einsatz, ohne dass sie auf die Fahrbahn müssen. Sprich, die Sicherheit wurde verbessert. Dafür stehen auch Rückfahrkamera und Warneinrichtung sowie eine Umfeldbeleuchtung, über die das Fahrzeug nun auch verfügt.

Stichwort Beleuchtung: Die Scheinwerfer können fortan direkt über den Motor mit Strom versorgt werden, zuvor ging das nur über das Notstromaggregat. Natürlich ist auch der Computer, bis dato Stand 1996, nun auf 2014 er Niveau.

Etliches ließe sich noch auflisten. „Unterm Strich hat die Ortswehr nun eine Drehleiter, die komplett nach ihren Wünschen rekonstruiert und umgebaut wurde.

2013 hatten die Stadtverordneten diese Maßnahme beschlossen. Im Januar ging die Drehleiter zu Metz dann in Generalreparatur. Für diesen Zeitraum erhielt die Wehr ein Ersatzfahrzeug. Übrigens, bei Metz erhielt die Drehleiter den Spitznamen „Monster“ und als Gag gedacht, glich so auch das Firmenlogo der Monsterkralle. Die Kameraden fanden das so gut, das es bleiben soll. „So haben wir immer auch eine Story zu erzählen“, sagt schmunzelnd Uwe Schleich.


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