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Großes Fest im Wittenberger Nedwighafen : Drachenbootteams lassen die Paddel tanzen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sportliche Rivalitäten lösen sich in einem großen Spalier und einer riesigen Polonaise. Elbschwimmstaffel macht Station in Wittenberge.

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Schwarz und weiß, blau und rot, pink und orange: Die Drachenbootrennen beim Elbebadetag am Sonnabend waren bunt und stimmungsvoll. Jubelnde, manchmal auch enttäuschte Teams begeisterten die Zuschauer. Einschwörungen, diverse Maskottchen und Rituale sorgten für viele unterhaltsame Augenblicke am Rand. Die kleine Pavillon- und Zeltstadt ließ Urlaubsfeeling aufkommen, und einige Akteure nutzten die Wettkampfpausen, um sich zu sonnen.

Bei der Siegerehrung war die zum Teil schon seit Jahren ausgetragene sportliche Rivalität fast vergessen, die drei besten Teams wurden mit einem großen Spalier geehrt, und alle Mannschaften vereinten sich zu einer riesigen Polonaise. Bei der Übergabe der Urkunden durfte dann aber die eine oder andere Bemerkung zur Platzierung langjähriger Konkurrenten nicht fehlen.

Schon in seinem ersten Vorlauf hatte das DS Racinger-Team seine Siegesambitionen demonstriert, die es im Finallauf dann einlöste. „Im ersten Lauf wollten wir einfach sehen, was geht, obwohl es sich auf der Bahn an der Spundwand schwierig fuhr“, erzählte Manuel Schmidt. „Aber das Finale war hart, besonders die letzten Meter. Wir haben alles gegeben, aber wenn es noch 20 Meter weiter gegangen wäre, hätten uns die Elbepiraten vielleicht doch noch eingeholt.“

Die tolle Atmosphäre beeindruckte auch Olaf Still, langjähriges Mitglied im Team der Uckerdrachen, die im März in Australien dreifache Weltmeister im Drachenbootfahren wurden. „Wir haben in Prenzlau einen Drachenboot-Pokal ins Leben gerufen. Zuerst kamen elf Team, jetzt sind es 16. Wittenberge mit seinen 20 Mannschaften hat da ein sehr gutes Starterfeld. Vor allem soll es um den Spaß gehen, und den haben die Teams und auch die Zuschauer.“ Nur eines verwunderte Oliver Still an den Rennen: Einige Teilnehmer starteten gleich in mehreren Booten. „Ich bin seit 1969 im Kanusport, fahre seit 1999 Drachenboot, trainiere fünf Mal die Woche. Aber dieses Pensum würde ich selbst mir ohne einen Leistungsabfall nicht zutrauen.“

Die Uckerdrachen waren aber nicht nur als großes Vorbild nach Wittenberge gekommen, sie sorgten in allen Booten als Steuermänner und -frauen dafür, dass der Kurs gehalten wurde, bügelten technische Fehler aus und bürgten dafür, dass alle Drachenboote, die sie mitgebracht hatten, unbeschadet im Ziel ankamen.

Bereits während der Endläufe war das Forschungsschiff „Elbegrund“ eingelaufen, hatte das Wasser im Stadthafen analysiert und dann im Nedwighafen festgemacht. Es bildete mit zwei Informationsständen zum „Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane“ die Vorhut der Elbschwimmstaffel, deren 15. Etappe in Wittenberge endete. Langstreckenschwimmerin Irina Jaekel und der dreifache Ruder-Olympiasieger Thomas Lange legten die letzten zwei von fast 39 Kilometern im Fluss zurück. „Es schwamm sich herrlich in der Elbe, viel besser, als erwartet. Nur hier im Hafenbecken war es kalt“, so Lange. Begrüßt wurden beide von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und dem Wittenberger Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Die Ministerin würdigt das Engagement aller Staffelteilnehmer für die Erforschung des Flusses und das Weitertragen der dabei gewonnen wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine breite Öffentlichkeit.

 

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