Doppelt so langer Schulweg

<fettakgl>Zurück in die Heimatorte </fettakgl>geht es per Bus um 14 Uhr. Dann sind die Fahrzeiten zum Glück nicht so lang wie morgens. Spätestens nach 45 Minuten ist der letzte Schüler zu Hause. <foto>Manfred Drössler </foto>
Zurück in die Heimatorte geht es per Bus um 14 Uhr. Dann sind die Fahrzeiten zum Glück nicht so lang wie morgens. Spätestens nach 45 Minuten ist der letzte Schüler zu Hause. Manfred Drössler

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07. Januar 2013, 06:09 Uhr

GroSS Warnow / Karstädt | Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten: Mit dem Wechsel der 5. und 6. Klasse von der Grundschule Groß Warnow an die Grundschule Karstädt seit dem 1. November vergangenen Jahres haben die 23 Mädchen und Jungen zwar wieder einen kontinuierlichen Fachunterricht und gehen wieder gern zur Schule, doch müssen sie längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Besonders betroffen sind Kinder aus Sargleben, Seetz und Boberow. Betrug der Fahrweg zuvor bis zu 30 Minuten, sind es jetzt für den Hinweg fast eine Stunde und die Rücktour 45 Minuten. Auf diesen Umstand, der den Zehn- bis Zwölfjährigen ein noch früheres Aufstehen bzw. späteres Ankommen und damit einen längeren Schul-/Arbeitstag beschert, machte Elternvertreterin Sandra Stech aus Sargleben auf der Gemeindevertretersitzung am 13. Dezember aufmerksam.

"Unsere Tochter steigt um 6.30 Uhr in den Bus, der von Sargleben über Seetz, Boberow, Rambow, Mellen, Zapel, Pröttlin, Pinnow bis Groß Warnow fährt. Hier wechseln die Kinder in den Bus Richtung Karstädt, um hier um 7.30 Uhr, das heißt eine Stunde später, anzukommen. Von Sargleben bis Karstädt sind es eigentlich nur acht Kilometer." Der "Prignitzer" wandte sich an die Verkehrsgesellschaft Prignitz, die im Auftrag des Landkreises für die Organisation des Öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV verantwortlich zeichnet.

"Wir haben uns angesehen, welche Schüler durch den Wechsel von Groß Warnow nach Karstädt durch längere Fahrzeiten betroffen sind. Auch für uns ist es keine Lösung, wenn für einen Schulweg von zehn bis zwölf Kilometern eine Stunde gebraucht wird. Doch sind im laufenden Fahrplan keine Veränderungen machbar. Im März werden wir mit der Arbeit am neuen Fahrplan beginnen, diesen Sachverhalt berücksichtigen und versuchen, eine optimale Lösung zu finden. Dazu setzen wir uns auch mit den Schulen und der Gemeindeverwaltung in Verbindung", erklärte VGP-Geschäftsführer Manfred Prause.

Für Sandra Stech ist die Antwort des VGP-Geschäftsführers nur zum Teil zufriedenstellend. Dass ein neuer Fahrplan bessere Fahrzeiten für die Kinder der 5./6. Klassen bringen muss, sei klar. "Doch bis dahin vergehen noch sechs Monate, in denen die jetzt betroffenen Schüler aus dem Raum Boberow bis Klein Warnow eine Übergangslösung brauchen, um zeitnah zur Schule bzw. wieder nach Hause kommen. Hier müssen wir dran bleiben, und da nehmen wir als Eltern auch die Gemeinde als Schulträger in die Pflicht", betont Sandra Stech.

Kontakt mit der VGP aufnehmen will auch das Staatliche Schulamt. "Wir sind auf gutem Weg, aus dem Modell ,Wechsel der 5./6. Klasse von Groß Warnow nach Karstädt’ im Einvernehmen mit der Gemeinde Karstädt als Schulträger eine Dauerlösung zu machen und brauchen dafür auch akzeptable Busanbindungen. Wir empfehlen für die Führung der Schule eine Filiallösung und werden dazu die Personalangelegenheiten klären. Zudem wird es mit den Elternvertretern und der Schulkonferenz ein Gespräch geben", erfuhr der "Prignitzer" auf Nachfrage von Karl-Heinz Kowalzik, Leiter des Staatlichen Schulamtes Perleberg.

VGP Prignitz: Schülerrückgang ist ein Problem

Die VGP Prignitz gehört zu den wenigen Verkehrsunternehmen in Brandenburg, die nicht zum Jahreswechsel, sondern zu jedem Schuljahr einen neuen Fahrplan erstellen. Jährlich werden im Flächenkreis Prignitz mit seinen 2123 Quadratkilometern 44 Linien mit fast 3,5 Millionen Kilometern gefahren und 2,3 Millionen Fahrgäste (einschließlich Schüler) befördert. Dazu kommen 70 000 Kilometer an zusätzlichen Taxi- bzw. Mietwagenleistungen zur Beförderung einzelner Schüler. „Der Rückgang an Schülern – die Zahl hat sich in den vergangenen Jahren fast halbiert – stellt uns vor zusätzliche Probleme. Wir haben zwar nach wie vor den gleichen Aufwand, aber deutlich weniger finanzielle Mittel“, so Geschäftsführer Manfred Prause.

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