Plattenburg : Dominosteine sind der Renner

Sandra Schultz mit ihren Dominosteinen und dem umfangreichen Kekssortiment zur Weihnachtszeit.
Sandra Schultz mit ihren Dominosteinen und dem umfangreichen Kekssortiment zur Weihnachtszeit.

Vor zehn Jahren übernahm Sandra Schultz die Bäckerei in Krampfer / Persönliche Einkaufserlebnisse in der Dorfstraße

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04. Dezember 2017, 10:26 Uhr

„In Krampfer gab es immer einen Bäcker.“ So erzählen es zumindest die Einheimischen, wenn man sie auf eine der letzten Landbäckereien in der Region anspricht. Die jetzige Inhaberin Sandra Schultz weiß, dass bevor ihre Eltern die Bäckerei 1981 wieder eröffneten, die vorherigen Inhaber Bäcker Schultze und Bäcker Wienert waren. „Dann gab es aber eine Unterbrechung, bevor meine Eltern kamen“, sagt Sandra Schultz.

Vater Manfred hatte einst Bäcker und Konditor gelernt, zuletzt jedoch als Koch bei der Volkspolizei gearbeitet. „1981 kam der Entschluss, sich selbstständig zu machen. Damit begann ein neues Kapitel in der Bäckereigeschichte des Dorfes in der Gemeinde Plattenburg. Bis zum Frühjahr 2007 war Manfred Schultz Chef in der Backstube. Im März 2007 kaufte seine Tochter die Bäckerei in der Dorfstraße 23.

Wie groß inzwischen der Kundenstamm ist, das konnte Sandra Schultz im vergangenen Mai erleben, als das zehnjährige Jubiläum mit einem Hoffest gefeiert wurde. „Es war ein Volksfest“, sagt sie rückblickend und ist dankbar für die Treue ihrer Kundschaft. Die betone häufig, dass es ihr echtes Landbrot sei, das sie immer wieder kulinarisch anlocke. Manche nehmen gleich fünf Laibe auf einmal mit, kaufen auch für die Nachbarn oder für Freunde mit ein.

„Wir fertigen und backen alles selbst“, verrät Sandra Schultz ihr Geheimnis. „Bei uns kommt keine Tiefkühlware zum Einsatz.“ Dadurch sei es ihr möglich, schneller das Sortiment umzustellen. „Es gibt immer mal etwas Neues im Angebot, aktuell sind es in der Advents- und Weihnachtszeit bis zu 20 verschiedene Sorten Kekse und dann noch ihre Dominosteine. „Die seien die besten der Welt meinen Kunden. Sie warten schon lange vor dem Jahresende darauf“, erzählt sie mit einem Lächeln.

Nach Ladenschluss über den Hof

So ein Bäcker in der Nachbarschaft schreibt seine eigenen Geschichten. Ein Plausch mit den Kunden gehört ganz gewiss dazu oder jene Nachbarin, die statt mit einem Beutel gleich mit dem Brotkorb kommt, um ihre drei Roggenbrötchen fürs Frühstück zu holen.

Auch wenn das Ladengeschäft schon geschlossen hat, sei auch das kein echtes Problem. Die Einheimischen wissen, dass sie auch mal über den Hof kommen können, wenn sie Brot brauchen. „Es ist hier alles sehr persönlich“, meint Sandra Schultz.

Doch nur vom Dorf allein könnte die Backstube nicht leben. Mit drei Backmobilen sind Sandra Schultz und ihre drei Verkäuferinnen von Dienstag bis Sonnabend zwischen Kyritz und Perleberg unterwegs. In der Backstube arbeiten drei Bäcker. Ausgebildet wird gegenwärtig nicht.

„Bis zum vergangenen Jahr haben mein Vater und ich rund 20 Lehrlinge ausgebildet“, erzählt die Meisterin. „Doch kaum waren sie mit der Ausbildung fertig, haben sie in andere Bäckereien gewechselt.“

Dennoch fühlt sich Sandra Schultz dem Nachwuchs verpflichtet. Durch ihre eigenen Kinder gab es in der Vergangenheit immer das traditionelle Osterbacken mit der Kleinower Kita. Inzwischen ist die Bäckerei Schultz der Patenbetrieb der Kindertagesstätte. Auch hier gilt ihre Devise: „Was machbar ist, realisieren wir.“

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