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Bundesgartenschau 2015 : Dom zu Dom entlang der Havel

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"Von Dom zu Dom - Das blaue Band der Havel" ist das Motto der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion. In den fünf ausrichtenden Kommunen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

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erstellt am 11.Okt.2012 | 12:50 Uhr

"Von Dom zu Dom - Das blaue Band der Havel" ist das Motto der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion. In den fünf ausrichtenden Kommunen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Der Weg von der Sankt-Annen-Kapelle hoch zum Havelberger Dom hatte einst Promenadencharakter. Hier wandelten Spaziergänger entlang des Grüns und genossen den Blick auf die Stadtinsel. Das soll bald wieder so sein. In drei Jahren werden Besucher aus der gesamten Republik sehen können, was gärtnerisches Können bedeutet. Mit dem ersten Spatenstich im Dombezirk im Bereich der Terrassen wurde im August der Anfang für eine Vielzahl von Investitionen gemacht. Allein in Havelberg werden rund 12,5 Millionen Euro investiert, um die Ausstellungsbereiche für die Buga fit zu machen und sie nachhaltig zu entwickeln. Die Nachhaltigkeit ist das große Thema dieser Bundesgartenschau, mit der die Havelregion mit ihrer reichen Geschichte, Natur und Kultur entwickelt und weithin bekannt gemacht werden soll.

Dabei ist sie mit ihren fünf Standorten in zwei Bundesländern etwas Besonderes, denn das gab es noch nie. Havelberg, Rhinow, Rathenow, Premnitz und Brandenburg liegen auf einer Strecke von rund 80 Kilometern an der Havel. Die Dome der früheren Bistümer Havelberg und Brandenburg bilden die Anfangs- und Endpunkte. Dass diese Regionen-Buga eine besondere Herausforderung ist, ist den Ausrichtern bewusst, seit sie im Dezember 2006 mit der Nachricht überraschten, sich um die Bundesgartenschau zu bewerben.

Blumenschauen nicht in Hallen

Für Havelberg mit dem Thema "Erkenntnis" ist der Dombezirk ein Schwerpunkt. Im Klostergarten werden Heil- und Gewürzkräuter wachsen, wie sie schon vor hunderten Jahren Anwendung fanden. In Klosterhof und Kreuzgang am 1170 geweihten Dom sollen die Besucher anhand von Blumen und Pflanzen den Lebensweg des Menschen nachvollziehen können. Vom Dom aus in Richtung Annen-Kapelle wandeln die Besucher auf dem Prälatenweg an hohen Backsteinmauern entlang, an der Rosen rankeln. Ein Aussichtspunkt auf die Stadtinsel und die Havellandschaft ist geplant und am Camps sprudelt inmitten von Pfingstrosen ein Brunnen. In Richtung Klostergarten führt der Weg in die Kleingärten "Am Nußberg", wo zum Beispiel altersgerechtes Gärtnern und Sortenbestimmung von Apfelbäumen angeboten werden. Über eine noch zu bauende Brücke über den Nußberg gelangen die Besucher auf den historischen Domfriedhof. Friedhofsgärtner und Steinmetze zeigen ihr Können und arbeiten für die Wettbewerbe mit höchster Akribie. Die Friedhofsausstellungen sind auf jeder Buga ein Besuchermagnet, Havelberg freut sich über dieses Alleinstellungsmerkmal. Die Symbolik von Pflanzen und Bäumen soll dort ebenfalls erklärt werden.

Es wird zwei Blumenschauen geben. Novum ist, dass sie nicht wie bisher in Hallen stattfinden, sondern in sakralen Mauern. In der Havelberger Stadtkirche werden neben Palmen gärtnerische Züchtungen zu bestimmten Themen präsentiert. Besucher können von der Empore aus die Vielfalt der Blumenwelt bestaunen. Die zweite Blumenschau wird in der Ruine der Brandenburger Johanniskirche gezeigt.

Der Havelradweg wird bereits ausgebaut

Empfangen werden die Gäste in Havelberg auf dem Gelände des ehemaligen Betonsteinwerkes. Dort entsteht außerdem ein Info-Zentrum zur Havelrenaturierung. Wie diese in der Praxis funktioniert, wird mit dem Anschluss eines Havel-Altarmes im Uferbereich dokumentiert.

Spiel und Erholung soll die Spitze der Stadtinsel direkt an der Havel bieten.

In Rhinow steht der Fliegerpark Stölln im Mittelpunkt. Rund um den Flugpionier Otto Lilienthal und die "Lady Agnes" entsteht ein Erlebnispfad zum Thema "Mut". Rathenow mit dem Thema "Weitsicht" hat mit der Laga 2006 bereits Gartenschau-Erfahrung. Der Optikpark wird weiterentwickelt. Optische Phänomene und Farben werden in die gärtnerische Gestaltung eingebunden. Ehrgeiziges Projekt ist der Neubau einer Brücke über die Havel hinüber zum Weinbergpark. "Impuls" ist das Thema in Premnitz, der "Stadt voller Energie". Ein Teil des Grünzuges, der einen Erlebnispark beherbergen wird, ist bereits fertiggestellt. Um "Ursprung" drehen sich die Aktivitäten in Brandenburg. Auf dem Marienberg ist eine Himmelsterrasse geplant. Ein Wasserhochbehälter wird zum Weinberg.

Das Brachgelände des Packhofes am Havelufer bietet Platz für Themengärten.

Das Veranstaltungs- und das Verkehrskonzept für gute Verbindungen auf dem Land und dem Wasser sind in Arbeit. Mit "Wilma Wels" ist das Buga-Maskottchen schon geboren. Wert wird auch auf die Erlebnisräume gelegt, in denen den Kirchen entlang der Strecke große Bedeutung zukommt. Ausgebaut wird derzeit der Havelradweg.

Um aktuell über die Vorbereitung der Buga zu informieren, lädt der Zweckverband im Frühjahr zu Baustellenführungen und im Herbst zu Info-Touren ein. Start der Info-Tour 2012 ist am 17. Oktober um 18.30 Uhr im Paradiessaal am Dom in Havelberg.

 

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